September Collective

»All The Birds Were Anarchists«

Mosz/Trost

Gar nichts Herbstliches oder sonst etwas, das man mit September verbinden würde, hat die Musik des Electronic-Trios September Collective an sich. Auf dem zweiten Album der Band findet sich vielleicht eher noch Frühlingshaftes, etwa beim Lauschen von Track Nr. drei »Natura, wo zartes Piepen und Pochen mit Spechten und anderen Vögelchen assoziiert werden könnte. Was die Titel betrifft hat »All The Birds Were Anarchists« einen zoologisch/botanischen Schwerpunkt. Allerdings sind »Das Meer«, »Primaten« oder »Our Cat« keineswegs Programmmusik oder musikalische Charakterisierungen, sondern ambientartige Soundscapes – ruhig, melodiös, schlingernd, wuchernd, mit Irritationsmomenten, aber dennoch harmonisch, manchmal gläsern-schwebend, dann tickend, blubbernd, klopfend und sogar fast Hektik aufkommen lassend. Das Ausgangsmaterial für die zwölf Instrumentalnummern des Albums beruht auf Improvisationen von Barbara Morgenstern, Stefan Schneider und Paul Wirkus, die sich 2002 kennen lernten und September Collective gründeten. Die MusikerInnen, die vor allem durch Soloprojekte in der Electronic-Community bekannt wurden, arbeiten gemäß dem Kollektiv-Gedanken als gleichrangige Mitglieder der Band, wo der einzelne zurücktritt, um Gemeinsames werden zu lassen. Würde es nicht zu bodenständig klingen, wäre organisch gewachsen ein treffendes Prädikat für den September Collective-Sound.

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