Zenobia

»Halak Halak«

Acid Arab Records/Crammed Discs

Arabische Partymusik aus der drittgrößten israelischen Stadt, Haifa, die voll abgeht. »Halak Halak« (»Willkommen Willkommen«) ist nach einer EP das launige Longplayer-Debüt von Zenobia. Darauf werden Dabke-Rhythmen von Syrien bis Palästina mit westlicher Popelektronik kurzgeschlossen. Klasse auch, dass sich das palästinensische Duo nach Septima Zenobia, Königin von Palmyra und dem oströmischen Orient im 3. Jahrhundert nach Christus, getauft hat. Und noch feiner, dass Producer Nasser Halahlih und Keyboarder Isam Elias neben dem Betonen der besonnenen Rolle der Frauen auch ein Bewusstsein für das Bewahren von Musiktraditionen im arabischen Raum schaffen. Wenngleich der Sound modernisiert ist, reichen vielen Melodien doch weit in die Vergangenheit zurück. »El Intro« wartet gleich mit einem unschlagbaren arabesken Synthloop auf und danach begrüßt »Sa7rawae« euphorisch eine Person, die aus der Wüste kommt. Der Feieraspekt kommt nie zu kurz, »Desert Hafla« etwa ist eine Party in der Wüste und im ägyptischen Slang wird »Edine« (»Gib mir mehr!«) gefordert. Rein ins Bad der Partymenge. Diese tanzt ekstatisch zum Titelsong »Halak Halak« mit einschlägiger Dabke-Hookline, dem sich eine Dub-/Reggae-infizierte Synthiemelodie beigesellt. »Funky Egal« meint die Ringschnur, welche die Keffieh (Kopfbedeckung) zusammenhält, noch funkyer prescht »Yalla Yalla« (»Auf geht’s!«) vorwärts und auch »Shaglaba« gibt das Motto vor: »Lass uns bewegen, Party machen, alles auf den Kopf stellen!« Draufgabe ist dann noch ein gewitzter Synthie-Rip-off mit dubbigen Rhythmen: »El3ab El3ab« (»Go & Play«). Klar, dass infolge des Corona-Übels die Veröffentlichung in den Juni 2020 verschoben werden musste. Wie lange wird es wohl noch dauern, bis Zenobia, die bereits in europäischen, asiatischen und brasilianischen Metropolen gastierten, in Wien live auftreten können?