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»If you want to know all about Andy Warhol, just look at the surface: of my paintings and films and me, and there I am. There’s nothing behind it.« (Andy Warhol) Robin Rimbaud alias Scanner belauscht auf der sechzig Minuten langen Radiokomposition für den Bayrischen Rundfunk »Warhol’s Surfaces« keine Handygespräche mehr, statt dessen aber Andy Warhol. Tonbänder mit Interviewaufnahmen aus den frühen Siebzigern dienten als Ausgangsmaterial, wurden zerschnipselt, geloopt, verfremdet, übereinander geschichtet und in zeitgemäße Electronica gebettet. Neue Technologie; Oberflächen. Spiegel? »Der Popkünstler steht nicht hinter seinem Werk, und er selbst besitzt keine Tiefe: Er ist bloß die Oberfläche seines Bildes, kein Signifikant, keine Absicht, nirgends.« (Roland Barthes) Ist also Andy Warhol letztendlich ebenso »langweilig« wie eine beliebige Person, die ein Handygespräch führt? Das – nicht langweilige! – Album gibt die Antwort schon ganz zu Beginn, im ersten Track, wenn in den letzten Minuten nur noch der Straßenlärm über dem Hintergrundrauschen des Bandes zu hören ist: There’s nothing more to say.

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Text
Tobias Bolt

Veröffentlichung
25.11.2003

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