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Nach Veröffentlichungen für das Tzadik-Label ist Eyvind Kang wieder an eine seiner originären Wirkungsorte zurückgekehrt und hat mit einem Ensemble in Bologna innerhalb eines Monats zehn neue Tracks live aufgenommen. Für »Virginal Co-ordinates« umfasste dieses rund 20köpfige Ensemble – bestehend aus Klarinette, Geigen, Keyboards, Gitarre und Percussion – Ulrich Krieger und sein Playground-Ensemble und den umtriebigen Mike Patton, der Stimme und Elektronik einfließen ließ. Vorliegende CD ist die erste Einspielung in dieser Besetzung. Herausgekommen sind Episoden (wieder einmal das Spiel um die Serenaden bei Kang: diesmal als »Harbour of the NADE«), die an die Scores der alten französischen Filme (Akkordeon) erinnern oder auch ganz losgelöst von sämtlichen Konnotationen freifließende Schichtungen gemeinsamer Energie sind, die mal langsam, mal schneller, aber immer etwas zeitverzögert und melancholisch daherkommen und klassisches Instrumentarium und Elektronik auf eindrucksvolle Weise miteinander harmonisieren lassen. Kang geleitet seine Musiker manchmal nur mit ein paar wenigen Pizzicati, manchmal mit einer breiten Fläche an Elektronik durch unterschiedliche emotionale Stadien. »Virginal Co-ordinates« schöpft seine Kraft aus der inneren Ruhe, die in diesem Werk mitschwingt. Das ist nicht irgendwie Jazz, auch nicht Klassik, das ist, ja was: Eyvind Kang.

>> dischi@aaa-angelica.com

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Text
Heinrich Deisl

Veröffentlichung
22.06.2003

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