Electrocute

»Troublesame Bubblegum«

Emperor Norton

Man/Frau schlägt im Wörterbuch nach und findet »electrocute – auf dem elektrischen Stuhl hinrichten« und: »to electrocute sb. – jmdn. durch Stromschlag töten«. Mädels, ganz so schlimm ist es auch wieder nicht! Im Gegenteil recht reizvoll eigentlich. Sowohl vom Kontrast zwischen Aufmachung – die CD: rosarotes Cover und türkises Inlet; die Mädels selbst: 80ies-Trash goes candy – und Namen, als auch von der Mixtur der Einflüsse her, die im Elektrobeebop (das Wort hab ich grad erfunden! Gleich Copyright drauf!) von Electrocute herauszuhören sind. Da wird der allgegenwärtige Le-Tigre- Sound veredelt mit Anklängen an Sixties-all-girl-groups im Stil der Shirelles; da hüpfen »die Madonna aus den 80ies« und Courtney Love Hand in Hand durchs lollipopsche Wiewunderland. Wie nett! Und vor allem wie sympathisch, dass das Berliner Duo, bestehend aus der Amerikanerin Nicole Morier und der Österreicherin Mia von Matt, nicht behauptet das Rad neu erfunden zu haben. Rock’n’Roll is here to stay also, das haben sie schon im Vorprogramm der Goddess Peaches bewiesen und jetzt tun sie’s auch auf ihrem zuckerlrosa Erstlingswerk. Für Momente empfohlen in denen Einem nach geflochtenen Zöpfen und quietschrosa Lippenstift ist und man/frau den bösen Jungs trotzdem irgendwie den Stinkefinger zeigen will.