Leafcutter John

»The Forest And The Sea«

Staubgold

Nach diversen Arbeiten für Planet Mu ist »The Forest And The Sea« die erste Veröffentlichung von Leafcutter John bei Staubgold. Der erste Eindruck überrascht: Man wird von einer leicht entrückten, nach Folk riechenden Männerstimme und Gitarren-Gezupfe begrüßt und möchte sich schon fragen, was denn aus dem Londoner Laptop-Wonderboy John Burton geworden ist, dem jungen Mann, der in den vergangenen Jahren vor allem durch Remix-Arbeiten für beispielsweise Capitol K, Electric Company oder Badly Drawn Boy und den Gewinn eines Ehren-Awards bei der Ars Electronica aufgefallen war. Für diese Platte hat sich Leafcutter John der reinen Lehre abgewandt und einen großartigen Hybrid aus Laptopgebrutzel, akustischen Songs und Field Recordings geschaffen, dem gängige Schubladen wie Indie- oder Folktronics erstmal relativ egal sind: Autechre trifft Robert Wyatt trifft Oval trifft Nick Drake. Unterstützt wurde er dabei von Bassist und Drummer seiner Band Polar Bear sowie Simon Bookish, dessen gespenstischer Gesang der Platte eine beunruhigende Note verleiht. Wenn überhaupt, erinnert das hier ein wenig an die Zusammenarbeiten von Fennesz und David Sylvian. Phänomenale Platte, Radiohead ohne Pathos und Pop.