Kelly Joe Phelps

Slingshot Professionals

Rykodisc

Die Slide-Gitarre am Anfang ist Programm. Hier besingt einer mit Hingabe und viel Herzblut die amerikanische Mythologie, erzählt einer von der Suche nach Heimat – zumeist wohl auf staubigen Highways, wie die atmosphärischen Westcoast-Riffs suggerieren – von einsamen Nächten in rauchwolkenverhangenen Bars, von rastlosen Männern also, die unaufhörlich auf der Suche nach sich selbst sind. Die Rede ist von Kelly Joe Phelps, Singer/Songwriter aus New York, der in Fachkreisen bereits als neuer Lichtblick im Blues/Folk-Genre und als junger, unverwechselbarer Gitarrenvirtuose gehandelt wird. Dass Phelps seine Bluesgitarre beherrscht, ist unüberhörbar, nur beim songwriting haperts noch ein wenig. Zwar sind die Songs auf seinem neuen und bislang vierten Album in ihren Stimmungen allesamt traurig schön und tief melancholisch, verlieren sich gleichsam aber immer wieder in simplen Wiederholungen, was sie spröde, unzugänglich oder schlicht ein bisschen lax erscheinen lässt. Selbiges gilt auch für
die Lyrics und ihre merkwürdig verbogenen Metaphern mit biblischer Dimension.
„Slingshot Professionals“: Ein Album, angesiedelt irgendwo zwischen Suzanne
Vega und Eric Clapton, das in seinen besten Momenten an Bruce Springsteens kongeniale Steinbeck-Adaption „The Ghost of Tom Joad“ erinnert. Muss man auch sagen.