Maninkari

»Phantasmes«

Three:Four

Kopfkino-Soundtracks im ausladenden Setting zwischen Science Fiction und zeitgenössischer Komposition: Dieser gut fünfzigminütige, in zwei Stücke geteilte Audio-Trip ist die Vertonung des gleichnamigen Streifens des französischen Filmemachers Thomas Pantalacci und nach »The Half Forgotten Relic Of A Dream« (2011) die zweite VÖ der französischen Brüder Frédéric und Olivier Charlot aka Maninkari für Three:Four. Man könnte an Arvo Pärt genauso denken wie an traumwandlerische Musique Concrète: Alles ist hier in der Schwebe, keine Fixpunkte, Stimmen geistern durch den Raum und verschmelzen mit Klaviermelodien, Streichersätze wandeln umher, gut abgehangene, synkopierte Ambient-Beats koordinieren spärliche Cymbalom-Passagen, ab und an zieht aus dem Nirgendwo ein Grollen auf, das sich dann wieder ins Irgendwo verflüchtigt, unterbrochen von konkreten Sounds aus dem Film. Als ob man sich in einer interstellaren Druckkammer befände; über weite Strecken passt »Phantasmes« für mich ideal als Alternativ-Soundtrack zu »Solaris«. Der zweite Track verschreibt sich den Drones, es ist ein Einfrieren von Zeit. Durch teils recht harte Schnitte zwischen musikalischen und akusmatischen Phrasen – als quasi Meta-Rhythmen – gewinnt die Platte zusätzlich an Reiz. Im Vergleich zu vielen anderen Sci-Fi-Deutungen kommen Maninkaris Orchestrierungen sagen wir romantizistisch daher, eine Poesie des leeren Raums. »Phantasmes« hält, was der Titel verspricht.