Dream Theatre

»Octavarium«

Atlantic

Acht Stücke auf dem achten Traumtheater-Opus, eine auf dem Cover abgelichtete Klavieroktave, Stücke im 8/8, 7/8, 6/8 … Ein Konzeptalbum wie zu Pilzkopfzeiten – ach(t), du schöne Schei…be! Beinahe 80 Minuten melodienduslige Pomphaftigkeit.

Solcherlei und mehr zahlenmystische Taschenspielermätzchen scheinen Wirkung zu haben und bannen zumindest den Schwermetallgehalt dieser erfolgsverwöhnten Band weit von sich. Bedauerlich! Klang »Train of Thought« (2003) noch dunkel und energievoll, bot »Six Degrees of Inner Turbulence« (2002) noch eine rhythmische Härtevariante, setzen Portnoy & Co. nun auf eingängige Pop-Tralala-Liedchen; art-designed, art-konzeptet und artig verpackt im Handel. Erklärtes DT-Ziel seit bald zwanzig Jahren: Welttourneen und Weltruhm. Dieses sehr kommerziell ausgefallene Album dürfte nun endlich als Türöffner ins entlegenste Hinterland führen. Die kanadischen Rush, einstige DT-Idole, waren da um einiges sympathischer und scheuten jeglich übermäßiges Gefricksel.

Was aber von den Prog-Rock-Göttern sonst noch zu erwarten ist (»Prog-Rock-Götter« – ein so häufig hervor gekrimseltes Fan-Statement, eigentlich sind die fünf New Yorker ja nichts weiter als piefige, wenn nicht untalentierte Berkley-School-Ehrgeizlinge). Eine epische Hymne mit 24 Minuten Länge im Titelstück, auf Track Nummer acht (ach ja, 24 ist durch 8 teilbar …). So viel Platz muss sein, um die ganze Virtuosität in die Hörstube zu schwemmen. Oder ein Stück wie »I Walk Beside You«, welches an die welterlösenden U2-Missionare erinnert. Wenigstens das heavy groovende »Panic Attack« spannt noch einen thrashigen Speed-Bogen. Doch cui bono? Ein zwar stimmungsmäßig abwechslungsreiches Album, teils mit verspielter Kurzweiligkeit, die sich jedoch schnell abnutzt. »Octavarium« – klingt ja schon wie »Narkotikum« …