Louis Sclavis Quintet

L'Affrontement des prétendants

ECM

Der Meister der Klarinette ist zurück, diesmal wieder bei ECM statt Label Bleu und mit neuer Band. Nur Bruno Chevillon (b) ist vom letzten, wirklich großen Trio noch mit dabei, die Drums sind neu besetzt, dazu Cello und Trompete. Entsprechend überrascht war ich beim ersten Hören, mittlerweile aber hat die CD einen Dauerplatz in meinem Player. Manchmal verspielter als die Trios lässt Sclavis seinen neuen Musikern viel Platz sich solistisch zu präsentieren (wobei vor allem Jean-Luc Cappozzo (t) heraussticht) und der Sound ist dank des Cellos viel dichter geworden. Wie abwechslungsreich die CD ist, zeigt besonders das 17-minütige Epos »Hommage à Lounès Matoub«, das klassizistisches mit den afrikanischen Erfahrungen der »carnet de routes«-Phase und spannenden, intensiven Gruppenimprovisationen vereint – und als politisches Statement zu sehen ist. Klassizistisch? Ist so negativ konnotiert. Man kann aber schon dem »Herald Tribune« zustimmen, der Sclavis in einer gewissen Nähe zu Pierre Boulez sieht, aber natürlich ist das immer noch alles sehr Jazz! Neu und toll, wäre da nicht das Cover, das wieder mal wirklich alle ECM-Stereotypen in Sachen »Spiritualität« bemüht.