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Auf der Achse Reykjavik – Rom sind die Innsbrucker timesnewroman nur geographisch leicht abseits des Schnittpunkts. Mit ihrer Musik liegen sie genau darauf: Erfindergeist des Südens und Wollherz des Nordens sind die treibenden Kräfte hinter dem jungen Album [‚i:slant] (schreib Island). Und als sich die namensgebende Insel vor einigen Jahren in der noch heilen und unabhängigen Popwelt gesteigertes Gehör verschaffte, haben die vielen Musiker von timesnewroman sicher genau aufgepasst. So, wie es sich eben für wissbegierige Römer, sprich Wiederverwerter, gehört (- und das ist hier gemeint als eine Praxis der kreativen Transformation, nicht als Wiederkäuen zur Abfallproduktion). Der prominente Einsatz von Trompete, Akkordeon, Banjo, Harfe, Ukulele und anderem Urinventar des reisenden Volks (vom Mittelalter bis in ein Heute mit Beirut und Arcade Fire), ist, vereint mit dem klassischen Indierockinventar, ein leidenschaftliches Zugeständnis an die Zeitlosigkeit der gro&szligen Sehnsüchte: »TNR träumt von Musiklandschaften | Berge und Täler | Der Sound transportiert Atmosphären | Gefühle | Ideen | Emotionen | Es ist Zeit Grenzen zu sprengen | Es ist Zeit für neue Römer«.  timesnewroman aus Tirol sind, in die richtige (d.h. die ins Offene zielende) Sprache übersetzt: klandestinisch, nicht imperialistisch (»Empire«); aufbrechend, nicht absagend (»Talking Portugese«); forttragend, nicht flüchtend (»All«). Denn »dort« ist schlie&szliglich nur ein anderes Wort für »hier«.

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Text
Michael Giebl

Veröffentlichung
26.10.2011

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