Fanfare Ciocarlia

Iag Bari

Piranha

»First they took Berlin, then Manhattan, then Bucharest.« Südosteuropa-Kennerin Grit Friedrich wandelt zu recht das Leonard-Cohen-Zitat ab. »The Gypsy Horns From The Mountains Beyond« (so der CD-Untertitel) sind schon dermaßen bekannt, dass sich allerlei Umwegrentabilität ergibt. Auch für Rumänien selbst ist die hart an der Grenze zu Moldawien lebende Fanfare, so sie nicht schon wieder auf Tour ist, interessant geworden. Unter Ceausescu war die Musik der Roma verpönt, aber spätestens mit dem Erfolg einiger Fanfares hat ein Umdenken eingesetzt. Und die Fanfare Ciocarlia selbst besinnt sich auf ihre Wurzeln und kooperiert mit bedeutenden Helden der rumänischen Romamusik. Besonders ergreifend geraten die von Sänger Dan Armeanca – Erfinder des Manea, einer orientalischen Popvariante – intonierten Lieder. Auch fügt sich Costel Vasilescu, der für sein samtig-weiches Spiel auf gedämpfter Trompete bekannt ist, blendend in das oftmals mit atemberaubendem Tempo agierende Ensemble. Und klarerweise kann auch Rom Bengale, eine Backing Band, die urbanere Töne einbringt, mithalten. Ganz zu schweigen vom einzigen nicht in Bukarest produzierten Track: »Lume, Lume« erhält durch The Bulgarian Voices Angelite einen sehr spirituellen Anstrich. Ob langsam oder turboschnell, die Fanfare erfreut auch auf ihrer dritten CD Herzen wie Tanzbeine. »Brass On Fire“« so der CD-Titel im Englischen, beinhaltet auch ein Bonusvideo das einen Vorgeschmack auf den gleichnamigen Dokumentarfilm von Ralf Marschalleck gibt.