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Nach »Stoa« ist nun zwei Jahre später die zweite Platte des Schweizers Pianisten Bärtsch wieder auf ECM erschienen. Auf »Holon« wird der eingeschlagene Kurs verfeinert, repetetive Klangmuster gehen in modularen auf, verhaltene Verspieltheit trifft auf eine rhythmus-orientierte Aneignung von Avantgarde-Clustern. Oder so: Morton Feldman mal dezenten Jazz-Anklängen mal Funk-Anleihen. Die sechs gut zehn Minuten langen, nur »Modul« genannten Nummern gruppieren sich meist um ein bewusst schlichtes Thema, das von den fünf Musikern reihum durchexerziert und von diversen Soli konterkariert wird. »Holon« macht recht eindrücklich klar, dass sich Funk und Avantgarde gegenseitig so Einiges zu sagen haben und das ganz ohne vordergründige Abstraktion. Als Quintessenz dafür mag jene Passage in »Modul45« mit dem prägnanten Jazz-Saxophon gelten, die gleich darauf von einer klassischen Klavier-Phrase abgelöst wird. Zum nebenbei Hören mindestens genauso spannend wie beim bewussten Zuhören.

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