Fire

»The Hands«

rune grammofon

Powerplay im Powertrio. Wer bei Fire an Bluesrock-Trio-Schwergewichte wie Cream oder Beck, Bogert & Appice denken muss, liegt nicht ganz daneben. Allerdings übernimmt hier nicht der Gitarrist die Führung, sondern das Dreigestirn schwedischer Rockismus-goes-Free-Jazz-Phalanx mit Improv-Erdung. Auch auf dem bereits sechsten Album »The Hands« gelingt es, die Spannung zu halten. Mats Gustafsson röhrt sich selbst auf den Balladen die Seele aus dem Leib. Seine Tenor-, Bass- oder Baritonsaxophone kennen nicht nur die ultimative Schreifärbung und seine Verwendung von Live-Elektronik drückt zwar ebenfalls auf die Tube, mitunter aber nur, um etwas mystischer, geheimnisvoller zu klingen. Jawohl, es sollte wohl die Rede von Psychedelic Doom Blues Rock sein. Johan Berthling (E- und Kontrabass) und Andreas Werliin (Drums, Percussion, Feedback) sind ein weit ausholendes, die langsame Dröhnung bevorzugendes Rhythmusgespann und Berlings Finger haben eindeutig ein Faible für bluesig-darke Tönungen. Besonders tief ausufernd etwa in »Up. And Down« und wie eine doomige Rockblues-Nummer eben aushallen sollte: psychedelisch ausschweifend. Im Schlusskapitel dann die saxophonistische Essenz. Zunächst klingt Gustafsson wie einen Bienenschwarm im Anflug, dann schaltet sich Berlings bedächtiger Basslauf dazu, Werliin tappt minimalistisch auf seine Trommeln und Gustafsson erklimmt mit seinem Saxophon lyrische, in sich gekehrte, reflexive Höhen. Wunderschön!