archive-image-placeholder-v2

Mit diesen beiden geschmackvoll aufgemachten Mini-CDs feiert das aus Wismar stammende Label Parvoart seinen Einstand. Der Schotte Duncan Ó Ceallaigh fokussiert auf Mikrosounds, die sich irgendwo zwischen Bewegung und Stillstand manifestieren. Seine Musik zwingt zum Zuhören, schließlich halten sich die meisten Drones und Flächen nur zögerlich kurz oberhalb der Wahrnehmungsgrenze auf. In den lang anhaltenden, gerne melancholisch gefärbten Stücken bedingen kleinste Veränderungen in Rhythmus, Tempo oder Pitch spannende Stimmungskollisionen. Wem Platten von 12k oder Nonvisualobjects gefallen, sollte hier mal reinhören. – In eine ähnliche emotionale Kerbe schlägt »In November« des in Wismar lebenden Komponisten und ehemaligen Balletttänzers John R. Carlson. Die uneditierten Klavier-Improvisationen wurden auf Carlsons eigenem Bechstein von 1903 eingespielt, der ab und an ein sonisches Eigenleben entwickelt. Vom Spielgestus her ähnlich wie Koji Asano, entwickelt sich auf den fünf Stücken eine regenverhangene Atmosphäre, die zwischen minimal und dezent ausladend laviert und an Musik aus dem ECM-Umfeld denken lässt. Klassische und Jazz-Anleihen werden dabei gekonnt ineinander verwoben. Eine Platte für die beschaulichen Momente des Lebens.

favicon
Scroll to Top