Anna von Hausswolff

»Dead Magic«

Pomperipossa Records/City Slang

Zwölf Minuten Liebesschmerz. Das Schlagzeug stampft mühselig, die E-Gitarre kreischt im Verein mit röhrenden Orgelpfeifen und Anna von Hausswolff singt in »The Truth, The Glow, The Fall« vom Auf und Ab der Liebe. Abgründe tun sich auf, dort wo die Glut von schwarzer Magie ist. Sogleich wird man verschlungen von »The Mysterious Vanishing of Electra«, wo der Bass unterirdisch schön grummelt. Göteborg, von Hausswolffs Homebase, trägt das Wort Gothic in sich, und klarerweise steuert die Schwedin zu ihrer jenseitigen Musik zappendustere Lyrics bei. Einem Kometenschweif gleich winselt die Gitarrre, Song Nr. 3 schimpft sich »Ugly and Vengeful« und doch vermag die Musik Glorie zu verstrahlen, wenngleich dunkel wie ein Swans-Songmonster, das 16 Minuten lang in den Bann zieht. Auch das Instrumental »The Marble Eye« wirkt geheimnisumwittert und im vermeintlich versöhnlichen Abgesang »Källans återuppståndelse« gehtʼs ans Eingemachte. Klingt wie Tod und Auferstehung – auch vom Text her, der in englischer Fassung im Netz auffindbar ist. Conclusio: Das vierte Album zeigt, dass Anna von Hausswolff definitiv ihren Sound, den glückseligerweise Orgeln dominieren, sowie ihre Bestimmung gefunden hat.

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