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Wie es die Band in dieses gottverlassene Nest im australischen Nirgendwo verschlagen hat, interessiert niemanden in dem dämmrigen, verrauchten Saloon. Die schlecht sitzenden Anzüge der Musiker werden keines Blickes gewürdigt und an die weiche Kopfstimme hat man sich nach zwei, drei Songs so gewöhnt, dass man sich durchaus vorstellen kann, sie zu vermissen. Hat sich Will Oldham etwa rasiert und den Jungs von The White Birch den Folk beigebracht? Und die sehnsüchtige Trompete in »Blinky« haben sie sich wohl von Calexico ausgeliehen? Wie auch immer, wenn sich zu dem sparsam instrumentierten Skelett aus Gitarre, Double Bass, Schlagzeug und Karl Smiths Kopfstimme einsame Bläser und Streicher gesellen, leuchtet Sodastreams wunderschöne Vision von reduziertem Folk-Pop hell auf, während ein Sonnenstrahl durch das dreckige Fenster fällt, den Staub tanzen lässt, harte Männer leise in ihr Bier weinen und ein Grasbüschel über die Dorfstraße weht.

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Text
Tobias Bolt

Veröffentlichung
15.09.2003

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