Am Dienstag, dem 21. April 2026 findet der erste Salon skug des Jahres statt. Zum Auftakt sprechen wir im skug Talk mit Aktivist*innen von St. Marx für Alle! über die Räumung des gemeinschaftlich genutzten Freigeländes am 9. April 2026. Die Hintergründe erläutern wir ausführlicher in einem eigenen Artikel – hier eine Kurzfassung: Die Stadt Wien plant seit 2018, eine Event-Location auf einer großen Freifläche im Wiener Grätzl Sankt Marx zu errichten. Geplant war, diese 2024 fertigzustellen. Dafür zuständig ist die Wien Holding GmbH. Jene hat jedoch nie mit dem Bau begonnen – laut ORF wird zwischen Stadt und Holding »noch verhandelt«. Deshalb haben Nachbarschaftsinitiativen und Aktivist*innen die Freifläche seit Jahren selbstverwaltet genutzt und sich eine beeindruckende Infrastruktur aufgebaut. Am 9. April 2026 wurde diese geräumt und Gemeinschaftsgärten, Hütten und Skateparks wurden überraschend zerstört. Dies, so schreibt die Initiative St. Marx für Alle! in einem Instagram-Post, »bedeutet den Verlust von Strukturen und Dingen, die über zehn Jahre hinweg mit viel Mühe und Liebe von Menschen aufgebaut wurden. Es bedeutet die Zerstörung eines Ökosystems, in dem Platz war, frei und ungeplant, für all jene(s) was an anderen Stellen der Stadt verdrängt wird.« Verdrängung, das könnte man in der Stadt Freuds eigentlich ahnen, wehrt einen Konflikt ab, der unlösbar scheint. Es löst ihn nicht. Das Verdrängte kehrt daher wieder, etwa im Salon skug. Wir sprechen mit Aktivist*innen von St. Marx für Alle! über ihre Wiener Kulturpolitik, Wut, Trauer und Träume von einer besseren Stadt.
Heilig auf High-Heels
Weiter geht’s nach dem Talk mit queeren Sounds. Alexa Lopez ist die Tochter eines Mexikaners und einer slowakisch-ungarischen Mutter, aufgewachsen in einem Haushalt, in dem Stille vermutlich ein Fremdwort war, weil alle – wirklich alle – Musik machten. Mit fünf Jahren steht sie das erste Mal auf einer Bühne, während andere in dem Alter noch versuchen, unfallfrei Kaba zu trinken. Sie ist die »Shapeshifterin« unter den Singer-Songwriter*innen. Eine, die den traditionellen Latin-Folk nimmt, ihn einmal kräftig durchschüttelt und mit einem Sound wieder ausspuckt, der irgendwo zwischen Alicia Keys und einer sehr aufgeräumten Form von Pop und R’n’B liegt. Die Stimme? Lila. Was auch immer das genau heißt, man hört es sofort: Es ist diese Mischung aus Tiefseemelancholie und unverschämter Souveränität. Nach einer Ehrenrunde durch Madrid – Erasmus, natürlich, Sehnsuchtsort, die Gitarre im Gepäck – kam sie mit der Trilogie »Love, Death + Music« zurück. Jetzt, 2026, sind wir in der »New Era«. Die Texte? G’scheit! Die Beats? Dance! Dazu: monatelanges Heels-Training für ein Musikvideo, weil man Authentizität nicht nur singen kann. Jetzt ist sie beim feministischen Label Beatzarilla, wird international gespielt und von sogenannten Branchengurus erwähnt. Ja, man hat das Gefühl: Da passiert gerade etwas Größeres und wir dürfen dabei zuhören.
Jessas Maria!
Man sucht nach »Maria Magdalena« und landet irgendwo zwischen 1980er-Jahre-Synthie-Pathos von Sandra und staubigen Heiligendarstellungen in der Google-Bildersuche. Aber Tobias Pöcksteiner hat sich den Namen jetzt einfach genommen. Und umgewidmet. Pöcksteiner, der Mann, der eigentlich schon alles gemacht hat – Stoner Rock mit Animal Machine, Kontrabass-Studium, Theatermusik bei den Bregenzer Festspielen, Musiklehrer in Scheibbs (die »NÖN« fand’s toll) –, macht jetzt also Ernst mit dem Alleingang. Sein Soloprojekt Maria Magdalena sei das Ergebnis von Lockdown-Abenden und der Erkenntnis, dass man sich Songwriting eben einfach aneignen muss, wenn man es will. Das Ergebnis? Ein »Paralleluniversum« aus Indie-Experimenten und aufregenden Pop-Arrangements. Es geht um Solidarität statt Konkurrenz, um echtes Handwerk statt künstlichem Industrie-Hype. Zuletzt erschien mit »Worn Out Shoes« sein Debüt. Wer wissen will, wie es klingt, wenn jemand die ungeschriebenen Regeln des Kunst-Business einfach ignoriert und stattdessen Songs über die Angst und das Aufwachen schreibt, sollte genau hier hinhören. Es ist nämlich Pop, aber einer, der nicht lügt.
Der Salon skug findet am Dienstag, dem 21. April 2026 ab 20:00 Uhr im Loop (Stadtbahnbogen 26/27, 1080 Wien) statt, das gut von der U6 Thaliastraße oder Josefstädter Straße zu erreichen ist. Wie bei allen unseren Salons ist der Eintritt allen gegen eine freie Spende offen. Wenn ihr Fragen habt, meldet euch unter: salon@skug.at.











