Christophe

1964-1975

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1975 ist zwar nicht das Jahr in dem Christophe starb, aber in dem die Leute, die ihn bis dato verehrt hatten, anfingen, ihn zu vergessen. Vielleicht nicht ihn persönlich, aber sicherlich seine Musik, teilweise. Wo Johnny Halliday die New Wave in Vollkontakt zur Qualität der verschiedenen Wellen zu nehmen wußte, rutschte Christophe lediglich in Erinnerungen hinab, wie andere in ihr Grab. Wer war eigentlich Christophe, werden sich jetzt einige fragen. Christophe war ein Yéyé-Sänger, startete in den frühen 60er Jahren, der goldenen Phase eines Eddie Barclay, als das Golf-Drouot in Paris DER Club für Aufttritte und Abhänger war, und kurz bevor der legendäre Bruno Coquatrix das Olympia in seine Rock- und Folk-Phase führte. Die Rolling Stones eröffneten für Francoise Hardy, Hendrix eröffnete für Halliday, und The Doors eröffneten später für Christophe. Es ist gefährlich, für ein Idol gehalten zu werden, wenn du noch auf der Suche nach dir selbst bist, aber die frühen Songs von Christophe boten etwas Anderes, einen bitteren Beigeschmack für die Szene, eine selten erlebte Tiefe und eine übersensible Stimme für die Parties. Er sang viel zu hoch, viel zu authentisch, und wehrte sich dagegen, Rollen zu übernehmen. Er sagte von sich, dass lediglich Alan Vega und er selbst der Tod des Rock’n’Roll wirklich gefühlt und verstanden haben (er hat auf einem seiner Alben Alan Vega zu einem Pokerspiel eingeladen, und beide zählen murmelnd ihre Punkte zusammen und wiederholen »It won’t start again – It’s the end«). Im zweiten Teil erinnert Christophe an Lee Hazelwood. Ein fantastisches Doppelalbum mit wenigen unveröffentlichten Perlen, aber Dutzenden herzbrecherischen Hits, die selbst die meisten unserer Leser nicht erwartet haben dürften. Jetzt liegt’s an euch . . .