The Ocean Collective

»Phanerozoic II: Mesozoic / Cenozoic«

Metal Blade Records

The Ocean Collective war bekannt für seine äußerst ausufernden, der Form des Kollektivs geschuldeten, unübersichtlichen Teilnehmer*innen. Seit mehr als 15 Jahren geht das schon, doch mittlerweile hat sich die ganze Geschichte auf eine recht kompakte Bandformation subtrahiert und klingt tighter denn je. »Triassic«, der Opener, ist äußerst vielversprechend. Tolle Atmosphäre, der Gesang hat was von Kevin Moore (Chroma Key, OSI), sehr überzeugende Stimmungswechsel. Beispielsweise in »Jurassic«, das sich Anleihen von schwer durchschaubaren Meshuggah-Riffs nimmt und zum Teil stark nach Tool in der »Lateralus«-Phase klingt. Das gemahnt an den Gesang von Chino Moreno, The Ocean Collective hört dabei aber nicht auf, diese komplexe, aber äußerst stimmige, »gut hörbare« Post-Metal-Musik zu machen, die groovt, ballert und schnell ist. »Palaeocene« klingt nach Dillinger Escape Plan, gesanglich und vom Aufbau. Und jetzt die ganzen gedroppten Names ausblenden und hören. Denn am Ende hat das gar nicht viel damit zu tun und ist was ganz Eigenes. Die Einsprengsel von Pathos sind wohltuend. »Miocene / Pliocene« ebenso, balladesk, harmonisch und fürs Herz. Zum Glück immer mit Growl-Gegengewicht, das die Spannung hält. Ein Höhepunkt. Anwärterin auf die Musik des Jahres ist »Pleistocene«, das absolut spitze durchkomponierte Stück mit ohrverwurmenden Gitarren-Lines und völlig übertriebenen Vocals, zum Ende sich intensivierend und perfekt abschließend. Catchy und cool. Möglich: ihr bestes Album bisher.