cooder-pull-up-some-dust-.jpg

 Das völlige Unverständnis über die handelnden Personen in der Wall Street ist so massiv, dass Ry Cooder diese Songs anscheinend schreiben musste. Seine Trilogie über Los Angeles war abgeschlossen, die Arbeit an Soundtracks langweilte ihn (der die Angebote sind nicht verlockend genug) und so traf er sich mit Weggefährten wie Flaco Jimenez, dem Tex-Mex Akkordeonspieler des Planeten überhaupt (für all jene die geglaubt haben, er habe den Ruhestand angetreten) oder Terry Evans um den neuen Songzyklus unter die Menschen zu bringen. Den Stilen seiner langen Karriere bleibt er treu, aber der Ärger ist neu. »If There’s A God« erzählt davon, dass die Republikaner nur mehr Leute mit Geld in den Himmel lassen. Die Songs sind sarkastisch und böse und werden noch treffsicherer durch die Einbettung in die Grenzlandmusik zwischen Texas und Mexiko. Alte Helden einmal nicht als weise, ausgleichende Instanz, sondern als zynische Austeiler. Begeisterung ist erlaubt.

favicon

Home / Rezensionen

Text
G. Bus Schweiger

Veröffentlichung
04.01.2012

Schlagwörter



Scroll to Top