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Blood Incantation

»All Gates Open (In Search of Absolute Elsewhere)«

Century Media Records

Während ich das schreibe, stehen Blood Incantation auf der Bühne des Rock-am-Ring-Festivals. Die Reise der Death-Metal-Band aus dem Underground in den musikalischen Mainstream läuft ganz nach Plan und dazu gehört auch, dass sie den Soundtrack, den sie zur filmischen Dokumentation der Aufnahmen ihres »Absolute Elsewhere«-Albums erstellt haben, noch einmal veröffentlichen. Wer zum Release des Erfolgsalbums 2024 zur Multimedia-Box griff, kennt die jetzt in einer Einzelveröffentlichung vorliegenden Aufnahmen schon. Musikalisch handelt es sich bei »All Gates Open« um ein Ambient-Album, vergleichbar mit »Timewave Zero«, das 2022 erschien. Ich reihe diese Informationen nüchtern aneinander, denn auch so wird deutlich: Es läuft bei Blood Incantation und zwar wie am Schnürchen. Im Rahmen der Kampagne um »Absolute Elsewhere« fehlt nur noch ein Live-Album und wenn ich in meine Glaskugel schaue, sehe ich »Absolute Elsewhere – Live in Pompeii«, denn, dazu muss ich kein Hellseher sein, am 10. Juli 2026 werden sie zusammen mit Opeth dort auftreten und ein weiteres Karriere-Highlight für sich verbuchen können (und dies mit Sicherheit in Bild und Ton dokumentieren). Blood Incantation auf den Spuren von Pink Floyd. Kreise, die sich schließen. Die Live-Aufnahmen werden 2027 erscheinen, zur Überbrückung bis zum nächsten Studioalbum. So steht es in den Sternen, so wird es kommen, wenn uns vorher nicht der Himmel auf den Kopf fällt. Genug der Kaffeesatzleserei, eigentlich liegt hier ja »All Gates Open« zur Besprechung vor. Aber was soll ich sagen bzw. schreiben? Es ist ja alles gut. Die Veröffentlichung ist wie immer ansprechend aufgemacht; jedem musikalischen Format liegt auch der Film als Blu-Ray-Disc bei – man kriegt was für sein Geld. Die ruhigen Klänge, die den filmischen Eindrücken unterliegen, können auch für sich stehen bzw. für weitere, persönliche Zwecke zum Einsatz kommen – einen längeren Aufenthalt in der Badewanne etwa, eine morgendliche Yoga-Session, einen Waldspaziergang oder andere Formen des eher absichtslosen Existierens. Alles fließt, kein einziger Gedanke verfängt sich in den Synapsen und selbst der Umstand, dass man Musik hört, kann einem unterdessen aus der Wahrnehmung geraten, derart unaufdringlich gehen Blood Incantation auf »All Gates Open« vor. Ist das gut? Ja. Weltbewegend ist es aber nicht. Das will es jedoch, wie gerade angedeutet, auch gar nicht sein. Nehmen wir also die Einladung an und ruhen uns ein wenig aus, während Blood Incantation ihre Kreise ziehen. Gut zu wissen, dass sie da draußen sind.  

Home / Rezensionen

Text
Holger Adam

Veröffentlichung
09.06.2026

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