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Vomits

»Synchro! Synchro!«

Bloodshed666 Records

Mit »Synchro! Synchro!« erscheint nach einer selbstveröffentlichten EP nun der erste Longplayer von Vomits auf Bloodshed666 Records. Die Noise-Punk-Band entstand im Umfeld des Kulturvereins Förderband in Waidhofen/Ybbs und ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig Kulturinitiativen und DIY-Geist nach wie vor für lokale Szenen sein können. Vom ursprünglichen Line-up sind Drummer Zvol und Sänger Mo übriggeblieben, vervollständigt durch Bassist Budrowsky und Gitarrist Brami, zwei weitere umtriebige Vertreter der Waidhofner und Wiener DIY-Szene, unter anderem aktiv bei Rokko Anal & The Coathangers, Truude Herr und NEPS. Aufgenommen wurde mit dem Wiener Musiker, Produzenten und Tontechniker Feelix, den die Band bei Auftritten im Venster 99 kennenlernte und dem es bestens gelang, den unmittelbaren Live-Sound der Band auf Tonträger zu bannen. Das Artwork greift auf Fotos aus dem Buch »Golden Days Before They End« von Clemens Marschall und Klaus Pichler zurück. Marschall, Herausgeber von »Rokko’s Adventures«, die auf dem Album zu hörenden Gastmusiker Otto Horvath und Alex Ernst sowie Label-Betreiber Alfred Wihalm sind allesamt alte Bekannte aus dem Dunstkreis der Band und des Kulturvereins Förderband. Diese ganzen Hinweise auf die szenetechnischen Verflechtungen der Beteiligten sollen aber nicht bloß ein Wiedergeben der Credits-Liste sein, sondern sind hier meiner Meinung nach nicht ganz unwesentlich, da sich auch die auf dem Album enthaltene Musik bewusst in eine Tradition einschreibt, die Wert auf Selbstorganisation und DIY-Ethos legt, wie sie etwa von Labels wie Dischord Records oder auch SST Records geprägt wurde, die Punk weniger als strenge stilistische Vorgabe, sondern als Arbeitsweise und Sprungbrett für maximale musikalische Freiheit verstanden. Dementsprechend wurzelt auch der Sound der Band im Hardcore-Punk, immer wieder tauchen aber auch verspielte Ideen auf, die Elemente von Noise-Rock und Post-Punk/Post-HC einbringen. Bemerkenswert ist, dass diese unterschiedlichen Einflüsse meist nicht klar abgetrennt nebeneinander existieren, sondern zu einer recht eigenständigen Mischung verschmelzen. So dient beispielsweise der freie Noise-Exzess in der Mitte von »Buy a Kazoo« als Übergang von der schnellen ersten Songhälfte zum Breakdown. Oder das Gitarrenarrangement zwischen den Strophen im darauffolgenden »Huso« würde auch in einem Pavement-Song nicht fehl am Platz wirken, während die noisige Bridge an experimentierfreudigen Post-Punk à la The Fall erinnert, bevor es wieder in das sehr moshtaugliche Mid-Tempo-Hardcore-Riff der Strophe geht. Alles in allem ist den Vomits mit »Synchro! Synchro!« ein hervorragendes Debüt gelungen, das durchgehend druckvoll und unmittelbar ist, gleichzeitig aber Platz für eine Vielzahl an musikalischen Ideen lässt. Insofern kann eine unbedingte Empfehlung an all jene ausgesprochen werden, die sich an der Schnittstelle von Punk und Hardcore zu ihren Post-Varianten und allem, was daraus entstanden ist, wohlfühlen.

Home / Rezensionen

Text
Ulrich Musa-Rois

Veröffentlichung
25.07.2026

Schlagwörter

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