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Bernhard Hadriga & Aurel Violas

»What Happened in the Hayloft«

Scatter Archive

Bernhard Anton Josef Hadriga wurde 1994 im Weinviertel geboren. Als Gitarrist und Elektroniker performt er deutlich »über dem österreichischen Standard« (Franz Hautzinger). Das erleben wir in seinen Konzerten und das ist auch auf dem am 24. August 2026 im Scatter Archive erschienenen Album »What Happened in the Hayloft« deutlich zu hören. Gemeinsam mit dem Drummer Aurel Violas hat Hadriga im Mai 2024 im Hotel Pupik in Scheifling in der Steiermark zahlreiche Stücke aufgenommen, 29 sind hier versammelt. »Für die Entstehung dieses Albums zogen wir uns im Rahmen eines Artist-in-Residence-Programms in eine Scheune zurück. Was sich im Rahmen der Realität auf sechs Tage beschränkte, fühlte sich für uns an wie ein ganzes kurzes Leben, das wir gemeinsam verbracht hatten.« Diese Zusammenarbeit in Form einer temporären Er-Lebensgemeinschaft äußert sich in echten und dichten musikalischen Dialogen. Die beiden Musiker reden nicht aneinander vorbei (wie das nicht selten in der Improvisation passieren kann), sondern kommunizieren mit Tönen, Geräuschen und Bewegungen, so wie das nur möglich ist, wenn man eng miteinander verbunden und ganz offen für die Beiträge des jeweils anderen ist. Zum Unterschied zu anderen (oft ebenfalls sehr wertvollen) Klangprodukten der Freien Improvisation muss man sich diese Dialoge nicht schwer verdienen. Es bedarf keiner Kakofonieopfer, keiner besonderen Schmerzresistenz, außer dort, wo es dramaturgisch notwendig ist, und das in eher geringen Dosen. Bei aller Virtuosität bleibt Platz zum Atmen für die beiden Dialogpartner und für das hörende Publikum. Manchmal hört man die beiden während des Spiels verbal kommunizieren, was dem Verständnis des betreffenden Stücks nicht schadet. Hören wir Kleinodien wie »Huis Clos« (Cut 11), keimt die Versuchung auf, sich von Hadriga und Violas ein klassisches Jazzalbum zu wünschen, aber die nächsten Miniaturen beweisen wieder, welches Vergnügen es bereitet, sie frei improvisieren zu hören. »Die Stücke dieses Albums bewahren sich dieses Gefühl des Staunens, […] eine gehörige Portion skurrilen Humors sowie eine Verbeugung vor den Bildern und Worten, die uns in jenen Tagen begleiteten.« Freuen wir uns aber auch auf konzertante Auftritte. Zumindest Hadriga müsste in Wien und Umgebung im Rahmen verschiedener Projekte anzutreffen sein.

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