a468524391_1x1_700
Sir Richard Bishop

»Hillbilly Erotica«

Drag City

Nicht ganz ein Jahr nach »Hillbilly Ragas« legt Sir Richard Bishop »Hillbilly Erotica« nach. Vielleicht war es ihm zu fade, das Album schlicht »Hillbilly Ragas II« zu benennen, ich weiß es nicht. »More of the same« also? Ja. Das ist aber nicht schlimm. Man erkennt sofort, wer hier Gitarre spielt, und wenn man ein Faible für die überwiegend flott vorgetragenen Instrumentals von Bishop hat, dann wird man auch wieder zugreifen. So ist das, oder zumindest könnte (und sollte) es so sein. Musiker*innen setzen sich zeitlebens mit ihrem Instrument auseinander und verfeinern ihr Spiel – und als Fan bleibt man ebenso dran, vielleicht auch lebenslang. Das ist der implizite Vertrag, das Arbeitsbündnis zwischen Künstler*innen und ihrem Publikum. Dieses gegenseitige Achtsamkeitsverhältnis ist ja leider sehr brüchig geworden. Das Publikum, wo es noch vorhanden ist, guckt aufs Smartphone, die Musiker*innen finden immer weniger Anerkennung, finanziell wie künstlerisch. Die damit einhergehende Sinnkrise hat Sir Richard Bishop allerdings hinter sich. Vor ein paar Jahren war es für einige Zeit sehr still um ihn geworden, aber seit 2024 ist er wieder da und macht weiter. Tut, was er, nehme ich an, am besten kann: inspiriert Gitarre spielen. Ideen zu seinen Kompositionen bezieht er aus seiner erlebnisreichen Vergangenheit und in Auseinandersetzung mit historischen Vorbildern. Er ist viel und weit gereist in seinem Leben (und demnächst auf Tour in Australien) und angesprochen auf musikalische Vorbilder nennt er Sandy Bull, Bola Sete, Wes Montgomery, Les Paul und – ganz wichtig – Django Reinhardt. All diese Einflüsse kann man in seinem virtuosen Gitarrenspiel hören und sich an Bishops eigenen Kompositionen erfreuen. Man muss sich dazu allerdings hinsetzen und konzentriert zuhören. 

Home / Rezensionen

Text
Holger Adam

Veröffentlichung
05.08.2026

Schlagwörter

favicon

Unterstütze uns mit deiner Spende

skug ist ein unabhängiges Non-Profit-Magazin. Unterstütze unsere journalistische Arbeit mit einer Spende an den Empfänger: Verein zur Förderung von Subkultur, Verwendungszweck: skug Spende, IBAN: AT80 1100 0034 8351 7300, BIC: BKAUATWW, Bank Austria. Vielen Dank!

Nach oben scrollen