State of Strife – »The Hypocrite« – Self-release
State of Strife

»The Hypocrite«

Self-release

State of Strife ist eine junge Metal-Band aus dem niederösterreichischen Mostviertel, die in den letzten Jahren mit einigen Single-Releases und vielen lokalen Shows auf sich aufmerksam machte und nun mit »The Hypocrite« ihr in Eigenregie veröffentlichtes Debütalbum vorlegt. Die Band beschreibt ihren Sound als »Melodic Thrash Metal«, was die Sache auch ganz gut trifft. Wo allerdings bei vielen frühen Alben, die melodiöse Elemente in den Thrash-Sound einbrachten – etwa Metallicas »Master of Puppets«, um nur ein Beispiel zu nennen – Siebzigerjahre-Prog-Rock zu den wichtigsten Einflüssen zählt, sind es hier eher Elemente aus Alternative-Rock und Grunge, die das Thrash-Metal-Klangbild erweitern. Am eindeutigsten macht sich dies in Passagen mit Klargesang bemerkbar, aber auch einige Gitarrenarrangements und das Songwriting generell vermitteln das Bild von musikalisch vielseitig interessierten Musikern, die ihre Inspiration aus mehreren Jahrzehnten Musikgeschichte schöpfen. So klingen manche Gitarrensoli ein wenig nach Classic Rock aber auch dezente Nu-Metal-Einflüsse sowie Elemente von Zweitausender-Metalcore lassen sich auf »The Hypocrite« ausmachen. Im Laufe des Albums, aber auch innerhalb der meisten Songs, wechseln sich groovige, schnelle und atmosphärische Passagen ab, wobei die erste Hälfte von »The Hyprocrite« eher den direkteren Nummern gewidmet ist und gegen Ende ausgedehntere Songs wie das abschließende »I Watched the Tyrants Yoke Arise« – für mich auch eines der Highlights des Albums – einen Platz finden. Während die allgemeine Konzeption des Albums mit Intros, Interludes und eindeutiger Einteilung in zwei Seiten sehr klassisch gehalten ist, klingt der Sound nach einer aktuellen Produktion. Produzent Pascal Krupitzka, seines Zeichens Drummer bei Eyes of the Riot, ist ein transparenter, druckvoller und gleichzeitig natürlicher Mix gelungen, der alle Instrumente gut zur Geltung kommen lässt. »The Hypocrite« sei somit all jenen ans Herz gelegt, die sich für modernen Thrash Metal, der offen für alle möglichen Einflüsse aus dem Spektrum der härteren Rockmusik ist, begeistern können. Das Nachfolgealbum ist anscheinend bereits in Arbeit und man darf gespannt sein, was da noch so kommt!

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Text
Ulrich Musa-Rois

Veröffentlichung
09.08.2026

Schlagwörter

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