Man tut Jake Blanchard nicht Unrecht, wenn man zunächst einmal auf die fantasievollen Cover-Artworks seiner Alben hinweist, denn für die ist er ebenfalls verantwortlich bzw. ist er schon länger als Illustrator, denn als Musiker aktiv, wenn ich mich nicht täusche. Für eine ganze Reihe von Bands hat er seine bunt schillernden Zeichnungen schon bereitgestellt, darunter legendäre Acts wie Pelt und auch im Mainstream bekanntere Künstler wie Richard Dawson oder Hans-Joachim Roedelius. Die Musik, die Blanchard macht, steht Pelt deutlich näher bzw. ist sie in der globalen Nachbarschaft des hausgemachten psychedelischen Underground zuhause, wo, stets nach eigenem Rezept, allerlei bewusstseinserweiternde Klänge zusammengebraut und in eher kleinen Auflagen veröffentlicht werden. Die Zutaten für Blanchards Selbstgebrautes sind Shahi Baaja, Harmonium, Synthesizer, Perkussion und nicht näher spezifizierte selbstgebaute Gerätschaften zur Erzeugung instrumentaler Musik, die ihre Vorbilder in einer räucherstäbchenvernebelten Vergangenheit findet: Der Dengelfaktor erinnert an frühe Amon Düül; wenn es sphärisch wird, gemahnt die Musik an Popol Vuhs »Aguirre«-Soundtrack oder Ashras »New Age of Earth« und auch die japanischen Taj Mahal Travellers kommen mir in den Sinn. Da das Album aber überwiegend im Alleingang eingespielt wurde, muss ich auch an Debütalben von eigenwilligen Sonderlingen wie Deuter oder Master Wilburn Burchette denken. Kosmische Musik also. Hinzu kommt, dass Jake Blanchard sie unter dem Eindruck chronischer Schmerzen eingespielt hat. Healing Music also auch. Geholfen hat nicht zuletzt der Gang zum Arzt – aber bis das britische Gesundheitssystem Termine zur Behandlung dieser Leiden ermöglicht hat, wurde eben Musik gemacht; zur Linderung, zur Ablenkung und zur Freude aller, die ein Faible für mild-experimentelle und psychedelisch-elektronische Meditationen haben. Für mich also – und vielleicht auch für dich!?
Jake Blanchard
»Divination«
Cardinal Fuzz / Feeding Tube
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