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Apsilon

»Glanz Null«

Self-release

Auf Apsilons zweitem Album »Glanz Null« erklärt der Rapper, wann der kindliche Glanz in den Augen verloren ging und wo er vielleicht trotz allem Schlechten noch zu finden ist. Produziert von Valentin Hansen, Bijan, Bazzazian und seinem Bruder Arman manifestiert sich Arda Yolci weiter zu einer der wichtigsten Rap-Stimmen Deutschlands. Die lyrische Meisterleistung des Berliners wird von namhaften Features (u. a. Ikkimel und Chilly Gonzales) sowie kurzen Erzählsequenzen zwischen den Songs komplettiert. Auf »Sommermärchen« rappt Apsilon in Anspielung an die Herren-Fußball-WM 2006 »Viele schöne Flaggen, ja, die Welt zu Gast bei Freunden / Für ein’n Sommer alle glücklich, alle sind jetzt Deutsche«. Während weiße Deutsche Philipp Lahms Tor gegen Costa Rica feiern, erleben Migrant*innen eine Mordserie des Nazi-Komplexes NSU – und deutsche Behörden behaupten, dass es sich um Morde der »Türkenmafia, Kurdenmafia« handele. Der Track »Glanz« erzählt von glänzenden Kinderaugen (»Breites Lächeln wie Ronaldinho / Augen, die glänzen in ’nem weißen Ballack-Trikot«) und Momenten, die diesen Glanz verlieren lassen (»Lehrer meinten, wir hab’n keine glänzende Zukunft«). Beschlossen wird der Song von der kindlichen Frage, ob man auf den Mond fliegen werde, was die nun erwachsene Frage inmitten von Ängsten und globalen Krisen konterkariert: »Heute frag’ ich mich manchmal / Ob ich auf jemanden schießen würde, wenn es sein muss«. Das 42-minütige Album wird von »Null« beschlossen. Der Glanz in den Augen ist beinahe komplett verloren, wegen Traumata, die nie verarbeitet wurden, dem kriegerischen Treiben auf der Welt und der Frage »Wie soll ich drauf vertrau’n, dass morgen schon okay wird / Wenn heute schlechter war als gestern?« Auf Apsilons »Glanz Null« finden sich Ambivalenzen zwischen dem Horror persönlicher Traumata und den wenigen Momenten, in denen eigene Ängste abgefangen werden. Am 7. November 2026 spielt Apsilon im Rahmen seiner »Glanz«-Tour in der Ottakringer Brauerei.

Home / Rezensionen

Text
Nico Rottenbücher

Veröffentlichung
10.08.2026

Schlagwörter

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