a0222380332_10
Kohoutek

»Akvoturo«

Carbon Records

Mitunter liefern Suchanfragen Steilvorlagen. Nicht wissend, wer oder was mit Kohoutek bezeichnet wird, durchwühlte ich die digitale Müllhalde und stieß auf folgenden Satz: »Kohoutek ist ein Komet, der um den Jahreswechsel 1973/74 mit dem bloßen Auge beobachtet werden konnte.« Perfekt. Psychedelischen Space-Rock konnte man 1973/74 auch noch mit dem bloßen Auge beobachten, zum Beispiel auf einem Hawkwind-Konzert. Die ziehen heute noch ihre Kreise und auch Kohoutek werden sich hin und wieder auf einer Bühne bestaunen lassen, aber nach solchen Gelegenheiten wird man in kleinen Kellerclubs suchen müssen, denn der Hype um den Kometen und das genannte musikalische Genre haben in den letzten Jahrzehnten eher nachgelassen bzw. wird es sicher noch sowohl eine treue Schar von Sternengucker*innen geben, die beharrlich und nach wie vor fasziniert ihren Blick in den Kosmos richten, als auch in die Jahre gekommene oder nachgewachsene Klangreisende, die sich in den musikalisch fernen Welten von psychedelischen Rockbands verlieren wollen. Die so oder so Interessierten reisen durch die Zeit, registrieren am nächtlichen Himmel Phänomene, deren Ursprung Tausende oder gar Millionen von Jahren alt sein mag, oder hören Musik, die aus einer weit zurückliegenden Vergangenheit ihre Inspiration bezieht. Beides lässt sich – je nach Neigung – auch miteinander verbinden! Ich bin ganz dankbar für die sinnträchtige Namensgebung der amerikanischen Band, denn ich wüsste sonst nicht, was ich zu ihrer Musik schreiben soll bzw. bin ich, wie eingangs erwähnt, verblüfft, wie doch alles recht gut zusammenpasst. Kohoutek, der Komet, die Band, das Universum, der Space-Rock, Raum und Zeit – alles relativ, auch das Interesse daran. Ich finde das alles nach wie vor »faszinierend« und spitze die Ohren, aber ich habe darüber hinaus nicht die geringste Vorstellung, wo die akustischen Signale von »Akvoturo« sonst noch empfangen werden und welche Reaktionen sie hervorrufen. Die Musiker, die das Album eingespielt haben, sind allesamt erfahrene Akteure im US-Underground und natürlich noch in zig anderen Bands aktiv und wer diese Szene schon länger im Blick hat und vor zwanzig Jahren, die auch Kohoutek schon auf dem Buckel haben, Bands wie Bardo Pond, Sunburned Hand of the Man, Jackie-O Motherfucker, Robedoor oder Eternal Tapestry auf dem Zettel hatte, der oder die sollte mal reinhören! 

Home / Rezensionen

Text
Holger Adam

Veröffentlichung
03.06.2026

Schlagwörter

favicon

Unterstütze uns mit deiner Spende

skug ist ein unabhängiges Non-Profit-Magazin. Unterstütze unsere journalistische Arbeit mit einer Spende an den Empfänger: Verein zur Förderung von Subkultur, Verwendungszweck: skug Spende, IBAN: AT80 1100 0034 8351 7300, BIC: BKAUATWW, Bank Austria. Vielen Dank!

Nach oben scrollen