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Quasi als Abschluss zu der auf Crouton erschienenen »Folktales«-Serie, insgesamt neun 3″-CDs, von denen jeweils eine im Alleingang von Künstlern/Musikern – darunter Namen wie Jon Mueller, Dan Warburton und Adam Sonderberg – aus den Randbereichen der experimentellen Musik gestaltet wurde, nimmt Asmus Tietchens diese noch einmal genauer unter die Lupe. Man muss das Ausgangsmaterial nicht kennen, um von vorliegender Aufarbeitung, die im Grunde eine Reduktion aufs Wesentliche darstellt, begeistert zu sein; gewisse abseitige Hörgewohnheiten sind jedoch sicher kein Nachteil. Jede der neun CDs wird hier zu einem, meist um die vier Minuten langem, Track kondensiert, in denen Tietchens extrem leise, kristallklare Geräuschkollagen, bar jeder Rhythmik oder gar Melodie erschafft. Komplett stille Passagen werden zeitweise von plötzlicher Verdichtung kontrapunktiert, subtile Drones enden, wie im vierten Stück, als tödlich schöner Ambient. Asmus Tietchens, der einst verlautbaren lies, dass er »die weißen Flecke auf der Landkarte der Musik« entdecken möchte, zeigt hier in beeindruckender Weise, dass er heute, nach fast vierzig Jahren des Musikschaffens, noch immer an vorderster Front dabei ist. Ein ewiger Pionier.

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Text
Tobias Bolt

Veröffentlichung
03.01.2004

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