Tigrics

Drapdap

www.neonmusic.hu

Tigrics hat große, kindlich neugierige Augen, mit denen er Alltagseindrücke absorbiert und studiert, sei es im Jazzclub oder am Kiosk an der Ecke. »Drapdap«, sein neuester musikalischer Output, steckt voll solcher aufgelesenen Impressionen, die von Ungarns charmantesten Frickelboy in wunderbar melancholische Electronica umgesetzt werden und Vergleiche mit Releases artverwandter Labels wie morr oder city centre office nicht scheuen brauchen. Vom »Ringelspielfahren auf Zahnarztsesseln« scheinbar etwas benommen, hat der hauptberuflich als Cartoon-Zeichner tätige Robert Bereznyei diesmal auf hörbar weicheren Sitzgelegenheiten Platz genommen, die Rollen seiner neuen Unterlage allerdings nicht abmontiert, sodass weiterhin zwar verhaltener, aber dennoch gewippt und geholpert werden darf. So mischen sich hier unter zappelige Tracks á la »Why release records?« auch so herrlich dämmrige Ruhepole, wie die verqualmte Städtehommage »Gydnia«.
Diese erste Platte des neuen Budapester Neon-Labels jedenfalls steckt voller kleiner Pop-Miniaturen, die immer wieder zu bezaubern wissen. Ahhhh und Füße nach oben.