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Comunidad Internacional #12

VERCKYS (ET L’ORCHESTRE VEVE): »Congolese Funk, Afrobeat & Psychedelic Rumba 1969-1978« (Analog Africa) ist ganz dem kongolesischen Superstar der späten Sechziger und Siebziger gewidmet, ist jedoch nicht ganz jener Stil, den man von ihm gemeinhin erwarten würde, nämlich Rumba, Soukous, Cavacha. Wie der Untertitel ankündigt, wird die Stilpalette gehörig erweitert, die meisten Tracks haben auch nicht die übliche »Ûberlänge« kongolesischer Songs, von »Ya Nini« (fast 10 Minuten), einem typischen Stück Verckys jener Zeit, abgesehen. Der Afrobeat »Bassala Hot«, der das Album eröffnet, lässt erst einmal nichts Gutes erwarten, klingt nicht voll ausarrangiert. Aber insgesamt hat diese Compilation dann gerade wegen ihrer breiten Stileinflüsse von Funk und Jazz bis Pop und Blues doch einigen Charme. Und hat auch genügend Songs, in denen jene kongolesischen Genres dominieren, in denen Vercky ein Großmeister war.

»Glitterbeat: Dubs & Versions 1« (Glitterbeat/Hoanzl) bringt Remixe von Musikern der afrikanischen Wüste und des Sahel. Klassische Reggae-Dub-Technik trifft malischen »Blues«, wenn Dennis Bovell Samba Touré »dubwize« remixt. Oder die Tuareg-Rocker Tamikrest, was gelegentlich einen spacigen Touch à la frühe Pink Floyd ergibt. Mark Ernestus macht es härter, perkussiver, er führt den Hörer noch weiter von den ursprünglichen Songs weg, wenn er »Danna« von Ben Zabo aus Mali bearbeitet; sein Remix von »Wari Wo« klingt tribal-kriegerisch, bekommt einen Touch Afrobeat-Dub. Aber auch bei ihm kommt viel Dub-Reggae in den Mix. Harmonious Thelonious seinerseits macht aus »Danna« von Zabo einen schnellen, forcierten, aber doch runden, sanften Tribal-House-Mix, »Healing Mix«« nennt er ihn. Zehn tolle Dubs und Versions insgesamt, die die Originale völlig neu gestalten.

Soul Jazz Records haben sich lange immer wieder der authentischen, rituellen, perkussiven Musik der Karibik gewidmet. »Rara In Haiti«, »Drums Of Cuba«, »The Black Caribs Of Belize« heißen einige dieser Alben, die das gelebte afrikanische Erbe der karibischen Bevölkerung dokumentieren. Zugegeben: man muss schon ein Hardcore-Fan dieser Musik sein, um Alben zu hören, die so nahe an Field Recordings sind. »Gwo Ka – Music Of Guadeloupe, West Indies« (Soul Jazz Records/Trost) von Tradisyon Ka ist da ein wenig anders, weil in diesem Fall die melodiösen Gesänge mit ihren Wurzeln sowohl im afrikanischen (»Call and Response«) als auch europäischen Liedgut (Chanson) die Rezeption durch geneigte Hörer eindeutig erleichtern werden. Mich erinnert diese Musik zudem gelegentlich stark an die populäre Afoxe-Musik Brasiliens.

»Ten Cities« (Soundway/Indigo) ist eine Projektarbeit, die Musik aus zehn afrikanischen und europäischen Städten unter der Etikette neue »Club Culture« auf einen gemeinsamen Nenner bringen möchte. Das Ganze ist auch recht ambitioniert aufgezogen, hört sich aber im Ergebnis doch zu konstruiert an. Musik lässt sich halt nicht am Reißbrett planen, sie muss wachsen – und das ist hier hörbar nicht der Fall gewesen.