Byetone

»Symeta«

Raster-Noton/Substance

Endlich gibt es den Nachfolger von »Death Of A Typewriter«, eine Platte, die zu einem meiner Favoriten des Jahres 2008 gehörte. Und spätestens seitdem ich auf dem Sónar-Festival ein Jahr später Olaf Bender und Carsten Nicolai im direkten Vergleich gesehen hatte, hat bei mir Byetone Alva Noto gegenüber den Rang abgelaufen. »Symeta« steht »Death« in nichts nach, es werden die dort vorgeschlagenen Impulse verfeinert und vertieft. Klar könnte man sagen: typischer Raster-Noton-Sound. Stimmt auch. Wie üblich, liegen die Dinge im Detail. Mit »Symeta« dringt Bender noch weiter in technofizierten Pop ein, ohne dabei die rasiermesserscharfen Beatkonvolute außen vor zu lassen. Es ist nicht mehr rhythmisierte Mathematik, sondern nähert sich immer mehr einem bestimmten »Algorithmen-Funk«, bei dem Zeitverzögerung und Ambivalenz wesentliche Merkmale ausmachen. Während der erste Teil von »Symeta« an Live-Sessions denken lässt, geht es im zweiten Teil in sozusagen rockige Territorien. »Helix« ist eine vergleichsweise räudige Up-Tempo-Nummer, die eher an Electro Punk denken lässt an als »reguläre« RN-Sounds. Persönliches Highlight ist »Black Peace«, bei dem die digitalen Gitarren ausgepackt werden und das glatt von einem in eloquenter Laune gestimmten T_Raumschmiere stammen könnte. Verträgt sich auf jeden Fall sicher gut mit Releases von Shitkatapult und Konsorten. Beschlossen wird »Symeta« von »Golden Elegy«, das mit ein bisschen gutem Willen als eindeutig zweideutige Aufforderung zum Shuffle-Tanz durchgeht. Ein kurzweiliges Album mit jeder Menge Anspruch.