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Ignatz

»I Don’t Know«

By the Bluest of Seas

Als Ignatz veröffentlicht der Belgier Bram Devens seit über zwanzig Jahren Alben, auf denen er minimalistischen und vernuschelt-verrauschten Folk-Blues vertont. Für »I Don’t Know« verzichtete er erstmals auf die elektrische Gitarre als begleitendes Instrument und spielte stattdessen Klavier. Das ändert allerdings und erfreulicherweise kaum etwas an der verlässlich verhuschten Ästhetik von Ignatz. An die einerseits flüchtig wirkenden und andererseits vor sich hinbrütenden Kompositionen muss man sich vielleicht erst einmal gewöhnen, wenn man die gewissermaßen raue Feinstofflichkeit der Musik nicht schon von ähnlichen Künstler*innen her kennt. Der ebenfalls wenig bekannte und leider schon verstorbene Finne Keijo kommt mir etwa vergleichend in den Sinn, auch die mild-verstrahlten und sonnig-psychedelischen Exkursionen des Japaners Suzuki Junzo fallen mir ein oder das zerklüftete Gesamtwerk des enigmatischen Amerikaners Jandek. Gewisse musikalische Nähen können auch zum schrullig-leidenschaftlichen Gospel von Washington Phillips oder den musikalischen Miniaturen des frühen Moondog gefunden werden. Alles sehr eigensinnige, mithin gewöhnungsbedürftige oder gar hermetisch erscheinende Klangwelten, die bei Erstkontakt vielleicht ein wenig Geduld erfordern, bis man über den vermeintlichen Eindruck der Fremdheit hinaus die individuelle Vielfalt und spezielle Schönheit der Musik für sich entdecken kann. Es lohnt sich, solchen randständigen oder eher verborgenen Phänomenen Aufmerksamkeit zu schenken. 

Home / Rezensionen

Text
Holger Adam

Veröffentlichung
11.05.2026

Schlagwörter

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