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Sieben Tracks braucht es, bis auf »Shoot!« zum ersten Mal gesungen wird. Gegrölt eher. Aber man fragt sich trotzdem: Warum nicht gleich? Denn was die Ausnahmegitarristin Hedvig Mollestad Thomassen auf dieser CD abfeiert, das schreit eigentlich nach einer nicht minder begabten Ausnahmesängerin, die sich genauso mühelos durch rüpelhaften Punk, melancholischen Barjazz, experimentalen Metal oder den knallharten, saucoolen Rockriffs von »Shoot!« bewegt. Aber ohne Gesang klingt das natürlich doch eine Spur unterkühlter, wie eine allzu aufdringliche Fingerübung. Und man würde die etwas spröde Blondine am Cover spontan wohl auch eher für eine sexistische Projektion des offenkundig sehr von sich selbst überzeugten Gitarristen halten ?? wäre diese Blondine eben nicht die Gitarristin selbst. Kein Mann also weit und breit (nur am Schlagwerk), trotzdem klingt das so sehr nach Männermusik, dass man sich gar nicht einkriegen will. Aber ein Blick auf den einzig verfügbaren Livemitschnitt verrät schlie&szliglich, dass diese Musik viel härter klingt, als sie in Echtzeit gekocht wird. Witzig, da ein schüchtern wirkendes Mädchen mit stoischer Geste Rockriffs spielen zu sehen, die kein noch so abgeklärter Rock’n?Roll Suicide besser hinkriegen würde. Das wird noch interessant mit dieser Dame.

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