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The Drums aus Kalifornien stellen wohl textlich wie musikalisch den kompletten Kontrapart zu einem Projekt wie Villagers dar. Nicht das Brechen von Konventionen oder das Aufdecken von Jugendmythen sind ihnen ein Anliegen. Vielmehr wollen sie diese beibehalten – oder gar – sie wissen es noch nicht besser: In zwölf sehr ähnlichen Songs werden die ewige Liebe und ein Lifestyle beschworen, wie man ihn sich dem kalifornischen Klischee nach vorstellt: Surfen, Strandleben, Freiheit. Beschrieben wird diese Lebensweise jedoch in melancholischen Texten, welche ebenso von den ProtagonistInnen aus »Gilmore Girls« oder »O.C. California« stammen könnten, wenn sie sich gerade an der Schwelle zum Erwachsenwerden befinden. Es erinnert alles ein wenig an Jugend-Romantik à la Green Day Anfangs der 1990er Jahre, wobei The Drums musikalisch gefinkelter, textlich jedoch fast noch naiver als die Fun-Punker agieren. Schrecklich schmalzig wird es bei »Down By The Sea«: »Everybody’s gotta love someone, But I just wanna love you dear«. Der Kitsch wird bis zum Erbrechen bedient. Es fehlt auch nicht an »Ahhhhs« oder »OOOOOs«, bis hin zu »Do do do do dos«: Ganz schön schlimm! Die musikalische Unterlage und die Stimme von Justin Pierce sind hingegen äu&szligerst catchy. Selbst wenn die Songs alle relativ ähnlich aufgebaut sind, können sie durch die Bank zum Tanzen und Kopfnicken animieren. Selten war eine Band so bass-lastig. Justin Pierce erinnert übrigens vom Look an einen jungen Iggy Pop, leichte Prolo-Moves inklusive. Zu einer wirklich guten Band fehlen The Drums nur wirklich gute Texte und musikalische Abwechslung. Charme besitzen sie durchaus. Angeblich zählt sich Morissey zu ihren Fans. Na, ja. Persönlicher, zugegeben polemischer Abschlusswunsch: Mehr Kopflastigkeit bei The Drums und weniger Kopflastigkeit bei Villagers.

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