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Man stelle sich eine Sängerin mit dem spröden Timbre einer Karin Krog vor, die sowohl norwegisch als auch englisch singt, zugleich aber beides nicht, sondern lautmalerisch, assoziativ, freestyle. Was sich mitunter wie die Waschzubermeditationen einer quengelnden Squaw anhört, allerdings: Wer von uns wei&szlig schon, wie sich eine quengelnde Squaw anhört? (Ich am allerwenigsten!) Dieser Gesang (Geklang, Gekko-Angh, Goaung, Ngh!) wird begleitet von einem elektronischen Duo (Ståle Storløkken, keyboards, Thomas Strønen, drums & electronics), das wie ein ständig auf der Stelle tretendes, elektronisches Vexierbild eines klassischen Jazztrios (Piano, Bass, Schlagwerk) klingt. Abgehoben, entrisch, fast schon hermeneutisch (in Richtung des unvorbereiteten Hörers) ist die Musik zu nennen. Und irgendwie auch rücksichtslos. Nicht zuletzt hei&szligen alle Songs auf »Ha!« schlicht und ergreifend »Ha!«. Einmal mehr beweist das Label rune grammophon, dass die musikalischen Uhren in Norwegen wirklich anders ticken. Aber letztlich ist alles ganz einfach: Eine Musik, bei der man sich ständig fragt, was das ist und soll, die nennt man wohl Experimentalmusik.

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