Steamboat Switzerland

»Get Out Of My Room«

Grob

Bei dieser CD musste ich herzlich lachen. Der Pressetext erzählt mir etwas von einem Komponisten (Felix Profos), von einem Avant-Core-Noise-Trio und einer Uraufführung bei den Donaueschinger-Musiktagen. Bei der Ausführung der vierteiligen Partitur habe man sich mikroskopisch und massiv gegen Klangwände gestemmt. Okay. Also rein in den Player damit. Nach einer Minute: Meine Güte, das klingt ja nach Melvins! Nein, doch ein wenig minimalistischer (drei Minuten wird dasselbe Riff mit polyrhythmischen Irritationen wiederholt). Aber nein, klingt schon wieder nach Melvins. »Lysol« beispielsweise (die 38-Minuten-Nummer) gemixt mit den Experimentalausflügen am Ende von »Stoner Witch« oder »Houdini«. Und es geht ernsthaft so weiter. Nämlich wirklich E wie ernsthaft. Eigentlich erzählt diese CD von der unüberwindbaren Arroganz zwischen E- und M-Musik. Wer nur in der E-musik bewandert ist, findet diese Platte vielleicht gro&szligartig (also bitte, komponierter Hardcore, wo gibt’s denn so was). Wer nur in der U-musik haust, versteht nicht ganz, was das soll. (Wirklich, wenn da zwischendurch King Buzzo schnell mal reingrölen würde, müsste man die Band »Steamboat Guttenberg« nennen). Das haben die Schweizer jedenfalls nicht erfunden.