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Zwei Tonträger aus 2006, die immer wieder mal rotieren und als Langzeitgefährten endlich in Worte fließen. Zunächst bestätigt die Aggressive Loop Production (ALP) aus Berlin den Verdacht, dass das Vertonen von Stummfilmen ein Betätigungsfeld ist. Die ausschmückende Opulenz mancher Instrumentalstücke verweist darauf, doch ist vorliegendes Album auch ziemlich beatunterfüttert und songkompatibel. Verträumt-verschlafenen Synthieharmonien wie jene auf »Home of Countess« sind süchtig machende Hooklines, auf die ich immer wieder gern zurückkomme, auch weil sie mit einem mächtigen Dubbass und nicht nervigen (wohlgemerkt!) Breakbeats unterlegt sind. Noch mehr Grandezza pur? Auf der 25 Minuten kurzen Polyphasic-Scheibe wird klar strukturierter White Noise runtergezoomt, der als eine Art Dronewelle in eine Melodiewand morpht. Gleichzeitig pulsiert im Hintergrund ein hübsches Loop, ehe »Somnolence«, der Opening Track, in den »Hypnogogic Hallucinations« aufgeht. Nach und nach wird der Sound rhythmischer, Echos kommen hinzu, Glitches und Elektronic Funk. Irgendwie wirkt die CD im Unterbewusstsein fort, das Duo Polyphasic hat derart ein raffiniertes Album geschaffen, das mit Ambient- wie Beatstrukturen arbeitet und mehr Magie verströmt als 100 andere Electronica-CDs zusammen.

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