Audio88 & Yassin

»Back im Game Vol. 1«

Normale Musik

Audio88 & Yassin sind zurück! Mit 13 Monaten Abstand zur letzten Platte releasen sie »Back im Game Vol.1« und zählen auf 12 Tracks all das auf, was sie an der Welt, an der Rap-Szene und an sich selbst ätzend finden. Ganz normaler Move. Den Beginn macht »Zurück in dem Spiel drin«, eine gewollt spießige Übersetzung des schon deutlich cooler klingenden Albumtitels. Zu der Single wurde bereits im Februar dieses Jahres ein Musikvideo veröffentlicht, das den Unterton des Albums aufgreift. Sämtliche HipHop-Videos der letzten Jahrzehnte werden imitiert, darunter Szenen aus Sidos »Mein Block« oder der gefährliche Blick durchs Schlüsselloch in »Hältst du es aus« von Die Sekte – all das in der genretypischen Fisheye-Optik. Das Duo wird auch in den folgenden Titeln nicht müde, sich über alteingesessene und aktuelle Rap-Größen auszulassen. Dabei experimentieren sie mit abgekupferten Beats und Flows, was jedoch nicht wie faules Biten wirkt, sondern beispielhaft verdeutlicht, worüber genau sie sich hier lustig machen. Wenigstens die übertriebene Autotune-Einlage am Ende von »Händän« wirkt nun wirklich nicht, als wäre sie ernst gemeint. Insgesamt ist »Back im Game Vol.1« so zynisch und selbstironisch, wie man es von den beiden gewohnt ist. Wer mindestens ein weiteres Album von ihnen kennt, wird merken, dass die Themen sich nicht groß unterscheiden: Gesellschaftskritik, Battlerap, Selbstironie. Eben jene Themen, die Audio88 & Yassin behandeln, seit sie gemeinsam Musik machen. Nur werden sie mit jedem Release noch etwas aktualisiert, konkretisiert und mit persönlichen Songs wie »Pochoir« doch wieder besonders. Die melodischen Beats, gut platzierte Samples und ausgefeilten Hooks machen »Back im Game Vol.1« mindestens zu einem Album, das man sich gerne kopfnickend anhört. Und auch ein genaues Hinhören lohnt sich, da es eine Kunst für sich ist, viel zu meckern, ohne schlechte Laune zu verbreiten. Doch wie schon erwähnt, es ist eben die gewohnte Audio88 & Yassin Manier. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Doch im Gegensatz zu anderen Künstler*innen beobachtet man keine große Weiterentwicklung, keinen Meilenstein, sondern einfach noch ein Album.