Six Organs Of Admittance

»Ascent«

Drag City

Eines vorweg: Dieses Album ist nicht als Scherz zu verstehen. Zwar werden alle, die sich auf den geschätzten Space Folk von Ben Chasny alias Six Organs Of Admittance eingestellt hatten, nach den einleitenden Takten des Openers »Aswasa« erst einmal kontrollieren, ob sie die richtige CD eingelegt haben. Da kracht ein Riff aus der Waffenschmiede von Black Sabbath so derb rein, dass man seinen Ohren nicht trauen will. Aber eine schnelle Recherche offenbart das Geheimnis hinter »Ascent«: Ben Chasny, neben seiner Tätigkeit als Six Organs Of Admittance auch Mitglied der wilden, aber derzeit auf Eis liegenden Rocker Comets On Fire, hat sich mit diesen auf ein Packl gehaut und eine alte Idee wiederbelebt. Nämlich mal eine richtig entfesselte Noise Rock-Platte mit den Six Organs einzuspielen. Dass es ihm dabei sogar gelingt, so zu klingen als hätte er nie was anderes gemacht, ist überraschend und erfreulich zugleich. In »Close To The Sky« wird das psychedelische Ränkespiel zwischen Reverb- Stimme und Wah Wah-Gitarre von einem straight groovenden Bass im Zaum gehalten. »They Call You Near« ist eine Fahrt mit verbundenen Augen, die schlie&szliglich als Reise zu den Beatles nach Indien endet. »Even If You Knew« will zuerst Suicide in Noise Rock-Kleidern sein, bis es in einem exzessiven Jam vollends entrückt. Einzig »Your Ghost« und »Solar Ascent« erinnern an die Six Organs of old. Wer bei »Reactor« von Neil Young einschläft, sollte zu »Ascent« greifen.