Woven Hand

Woven Hand

Glitterhouse

David Eugene Edwards hat die Pause seiner Band 16 Horsepower (neues Album im Juni) genützt und mit dem Soloprojekt Woven Hand eine Platte veröffentlicht, die dem Americana-Sujet ein weiteres überaus spannendes Kapitel hinzufügt. Country- und Folkadaptionen scheinen überhaupt ein ungemein fruchtbares Terrain zu sein, verwiesen sei nur auf die letzten Veröffentlichungen von Papa M, Songs: Ohia oder die Split-Single von Calexico und The Frames (die Will Oldham covern). Im Vergleich zu 16 Horsepower sind die Stücke auf Woven Hand etwas spartanischer und versponnen gewoben. Besonders geschätzt werden muss die Herangehensweise an die Coverversion des Billy Withers Klassikers »Ain’t No Sunshine When She’s Gone«. Sie ist in ihrer Form der freien Variation von Vorlagen, wie wir das von Nick Cave her kennen, verpflichtet und führt die Vorgabe vom Original weg rein in das unmittelbar Eigentümliche des Edwards-Kosmos. Nach dem instrumentalen Soloalbum des Horsepower-Bassisten Pascal Humbert aus dem Vorjahr (Lilium: »Transmission Of All The Goodbyes«) – auf dessen nächstem Album konsequenterweise die Calexico-Mannen mitspielen sollen – ein weiteres überzeugendes Werk und der Beweis dafür, dass Country-basierte Musik momentan sehr Spannendes zu bieten hat.