Hugh Davies

Warming Up with the Iceman

Grob

Um das wunderbare »I’m a Typical English Girl« von Petula Clark aus der Zeit in Erinnerung zu rufen, als in London die Company (Derek Bailey, Evan Parker, Jamie Muir und Hugh Davies. 1968-71, Incus 17) gegründet wurde, könnte ich Hugh Davies folgendermaßen vorstellen: »He’s a typical English improvisor.« Lesen Sie bitte in den Liner notes selbst nach, warum die Aufnahme zum Teil von einem übelgelaunten Eismann aus der Kölner Nachbarschaft vereitelt wurde. Die Tatsache, dass dieses zweite Solo-Album (nach 20 Jahren, und der Künstler ist nicht mehr der Jüngste) vom deutschen Grob Label produziert wurde, lässt das quiekende Ergebnis ernsthafter und gewichtiger erscheinen. Hoffentlich funktioniert das nicht! Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, meiner Meinung nach ist das Album großartig, erwarten Sie sich aber keine vernünftigen oder kompositorischen Hinweise. Davies baut seine Instrumente selbst, er nennt sie »Shozyg«. (Wenn bei den Credits dann »Multishozyg« steht, heißt das, dass mindestens zwei gleichzeitig gespielt werden, o.k.?) Diese Kreaturen kommen den Wünschen ihres Schöpfers mehr oder weniger nach (in anderen Worten: sie machen Geräusche, brummen, knacksen, verursachen Rückkoppelungen usw.). Es gibt eine britische Tradition dadaistischer elektronischer Experimente, die von Lawrence Casserley zu Andy Bolus oder von Tim Hodgkinson zu Sonntagnachmittags-Theremin-Konzerten reicht. Hugh Davies ist vermutlich der erste frühe Meister. Sie können das völlig ernst nehmen, ich vermisse hier nur die herzliche Pub-Atmosphäre. Fünf Sterne und noch eine Runde Bier (Beg your pardon, Madam.).