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Von Chamamé, Tango, Walzer und Rock

Im Norden Argentiniens trafen einst viele kulturelle Strömungen aufeinander: Indigene, spanische sowie die Kultur aller Einwanderer, die in die Region kamen, das musikalische Ergebnis dieser mezcla heißt Chamamé und der ukrainischstämmige CHANGO SPASIUK fügt ihr mit seinen Eigenkompositionen eine Variante hinzu. Auf »Tarefero De Mis Pagos« (Piranha/Ixthuluh) hüpfen Bandoneon und Akkordeon im 6/8-Takt und nähern sich auch mal an Musik aus den Anden oder an ein spanisches cançion an. Sabroso, wenn Raul Barboza der König des Chamamé ist, dann ist sein legitimer Thronfolger! Argentinien Teil 2: MERCEDES SIMONE setzt die Reihe »Masters Of Tango Argentino Vol. 2« (DYM/Ixthuluh) grandios fort, die mit Pedro Maffia letztes Jahr eröffnet wurde und featured historische Aufnahmen aus dem Zeitraum von 1931 bis 1953. LYDIE AUVRAY ist eine Meisterin des Akkordeons. Die seit dreißig Jahren in Deutschland lebende Französin agiert auf »Pure« (Westpark/Ixthuluh) alleine, ohne ihre Standardbegleitband, den Auvrettes. Das hebt ihr Können hervor, »Pure« versammelt neben neuen Stücken auch Lieder, die Auvray seit Jahren im Repertoire hat, etwa Choco Flanel oder den Musettewalzer Jeannot. Ihre Stärke besteht darin, dass sie ihren eigenen Stil entwickelt hat: Einmal Walzer, einmal 5/4-Takt, dann wieder ein Musettewalzer, immer ist das unverkennbar Auvray, manchmal singt sie und auch das passt. Musik für die dunklen Tage des Lebens, etwa für Vorwintertage, an denen man auf der Suche nach sich selbst besser alleine ist. Dabei könnte man einen großen Verzweifelten hören: TOWNES VAN ZANDT. »Live at the Jester Lounge« (Normal/Ixthuluh), aufgezeichnet in Houston, Texas 1966 dokumentiert den Anfang von van Zandts musikalischem Weg. Das große verkannte, manisch-schizophrene Genie gibt Lightnin‘ Hopkins »Hello Central« und Jimmy Rodgers Country-Klassiker »T is for Texas« und Hank Williams »I’m so lonesome I could cry.« Zwischen den Songs erzählt er sogar Witze, weil die Clubbesucher Witze wollten! Pflicht. Oder man lauscht dem »PUTUMAYO GROOVE SAMPLER« (Putumayo/Hoanzl) hören, der die Groove-Reihe unseres Lieblings-Worldmusic-Labels fortsetzt. Die wird in sich selbst kompiliert. Und das macht durchaus Sinn, werden so doch die Köder für wunderbare CDs wie »Asian Groove« oder »African Groove« ausgelegt. Hier gibt es gebündelt Grooviges aus der ganzen Welt zu hören. Eine andere Dame gibt sich 2004 sehr rockig: MALIA. Auf »Echoes Of Dreams« (Sony) wurde die Sängerin aus Malawi in ein internationales Rocksetting gesetzt. Das steht ihr dank der hervorragenden, charismatischen Stimme zwar auch, die Entscheidung Malia weiter in Richtung Jazz zu schicken, wäre aber wohl interessanter gewesen. www.ixthuluh.com

Im Norden Argentiniens trafen einst viele kulturelle Strömungen aufeinander: Indigene, spanische sowie die Kultur aller Einwanderer, die in die Region kamen, das musikalische Ergebnis dieser mezcla heißt Chamamé und der ukrainischstämmige CHANGO SPASIUK fügt ihr mit seinen Eigenkompositionen eine Variante hinzu. Auf »Tarefero De Mis Pagos« (Piranha/Ixthuluh) hüpfen Bandoneon und Akkordeon im 6/8-Takt und nähern sich auch mal an Musik aus den Anden oder an ein spanisches cançion an. Sabroso, wenn Raul Barboza der König des Chamamé ist, dann ist sein legitimer Thronfolger!
Argentinien Teil 2: MERCEDES SIMONE setzt die Reihe »Masters Of Tango Argentino Vol. 2« (DYM/Ixthuluh) grandios fort, die mit Pedro Maffia letztes Jahr eröffnet wurde und featured historische Aufnahmen aus dem Zeitraum von 1931 bis 1953.
LYDIE AUVRAY ist eine Meisterin des Akkordeons. Die seit dreißig Jahren in Deutschland lebende Französin agiert auf »Pure« (Westpark/Ixthuluh) alleine, ohne ihre Standardbegleitband, den Auvrettes. Das hebt ihr Können hervor, »Pure« versammelt neben neuen Stücken auch Lieder, die Auvray seit Jahren im Repertoire hat, etwa Choco Flanel oder den Musettewalzer Jeannot. Ihre Stärke besteht darin, dass sie ihren eigenen Stil entwickelt hat: Einmal Walzer, einmal 5/4-Takt, dann wieder ein Musettewalzer, immer ist das unverkennbar Auvray, manchmal singt sie und auch das passt. Musik für die dunklen Tage des Lebens, etwa für Vorwintertage, an denen man auf der Suche nach sich selbst besser alleine ist.
Dabei könnte man einen großen Verzweifelten hören: TOWNES VAN ZANDT. »Live at the Jester Lounge« (Normal/Ixthuluh), aufgezeichnet in Houston, Texas 1966 dokumentiert den Anfang von van Zandts musikalischem Weg. Das große verkannte, manisch-schizophrene Genie gibt Lightnin‘ Hopkins »Hello Central« und Jimmy Rodgers Country-Klassiker »T is for Texas« und Hank Williams »I’m so lonesome I could cry.« Zwischen den Songs erzählt er sogar Witze, weil die Clubbesucher Witze wollten! Pflicht. Oder man lauscht dem »PUTUMAYO GROOVE SAMPLER« (Putumayo/Hoanzl) hören, der die Groove-Reihe unseres Lieblings-Worldmusic-Labels fortsetzt. Die wird in sich selbst kompiliert. Und das macht durchaus Sinn, werden so doch die Köder für wunderbare CDs wie »Asian Groove« oder »African Groove« ausgelegt. Hier gibt es gebündelt Grooviges aus der ganzen Welt zu hören.
Eine andere Dame gibt sich 2004 sehr rockig: MALIA. Auf »Echoes Of Dreams« (Sony) wurde die Sängerin aus Malawi in ein internationales Rocksetting gesetzt. Das steht ihr dank der hervorragenden, charismatischen Stimme zwar auch, die Entscheidung Malia weiter in Richtung Jazz zu schicken, wäre aber wohl interessanter gewesen.

www.ixthuluh.com

Home / Musik / Review Collection

Text
Jürgen Plank

Veröffentlichung
02.02.2005

Schlagwörter

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