Desert Sessions

Volume 9-10: I See You Hearing Me/ I Heart Disco

Ipecac

Es ist schon beängstigend, wie im Hause Queens of the Stone Age einfach alles nur mehr hinhaut. Hatten sie den Rock-Zwölfender letzten Jahres schon mit »Songs for the Deaf« abgeschossen, machen 2003 allein die Gelegenheitsjams, der Ausgleichskrawall, die kammermoshikalischen Gästepartys das Riffkraut fett. Zuerst das Turbonegro-nahe Krawallpaket durch Mondo Generator, jetzt die absolut brillanteste Desert Sessions-Edition seit Existenz dieses samstagabendlichen Großaufgebots der Alternativ-Rawk-Granden. Wie Kenner wissen, ging das Baby 97 als Generatorfete in den Wüsten New Mexikos vom Anker, als Josh Homme und Nick Oliveri frisch den Trümmern von Kyuss entwachsen, so was wie eine handfeste Freizeitbeschäftigung schaffen wollten und ein geschüttelt reichliches Maß an Prominenz halbjährlich in die Einöde lockte. Die EPs kamen via Man’s Ruin, Southern Lord, jetzt Ipecac, entwickelten schnell einen Kultruf für sich und wurden vor allem Testgelände für den Hauptoutput der Queens. Diesmal promenieren Kratzkönige wie Twiggy Ramirez, Dean Ween, Joey Castillo und eine seit 95 nicht mehr so intensiv gehörte PJ Harvey am Catwalk aus Gasolin und Verkommenheit. David Bowie als Desert Fox mit Backing von Ted Nugent und Jeffrey Lee Pierce. Headbanger-Blues, groß und heftig.