John Coltrane

The Olatunji Concert: The Last Live Recording

Impulse

Ich werde nie die Flut von miserablen Veröffentlichungen vergessen, die nach dem Tod von Chet Baker erschienen sind: Letzte Einspielung im Quartett, im Trio, live, wie live, nicht mehr neu, ganz ohne ihn usw. … Die vorliegende Veröffentlichung von Coltrane gibt vor, seine letzten Worte zu dokumentieren, mal hören. Über diese späten Formationen ist bereits viel geschrieben oder gesagt worden, sie waren aber eher selten bis gar nicht zu hören. Also doch ein Dokument? Ja und nein. Auf jeden Fall ist es ein gutes Konzert (wie immer!) und eine ziemlich schlechte Live-Aufnahme (erste Reihe oder sonstwo). Ich werde ungemütlich, wenn ich auf dem Cover lesen muss: »Bisher nicht im Handel erhältlich.« Oder diese todtraurigen ersten Zeilen der Liner Notes: »Letzte Worte. Jede Kultur hält sie in Ehren, betrachtet sie als etwas Besonderes; ein letzter Versuch der Kommunikation von jemandem, der bald nicht mehr zu erreichen sein wird.« Ergreifen Sie auf der Stelle die Flucht! Nicht letzte Worte, sondern ein weiterer Versuch, etwas mit schlechtem Gewissen zu verkaufen. Es ist zwar schön verpackt, aber Amateure wollen ihr Geld womöglich für ein etwas lebendigeres Produkt ausgeben. Vielleicht ein gutes Album von Harold Land, Bobby Jaspar, Lucky Thompson oder das phantastische »Interstellar Space« von Coltrane und Rashied Ali, das jetzt auch als CD erhältlich ist… ein weiterer Grund, seine guten alten Bootlegs zu behalten und Geld zu sparen.