Rocko Schamoni

The Best Of Rocko Schamoni

Trikont

Das waren noch Zeiten, damals in Hamburg: Die Protagonisten der Hamburger Schule gingen wohl selbst noch zur Schule und während die Goldenen Zitronen richtig auf die Pauke hauten, gab es da auch noch Herrn Rocko Schamoni, der immer über den Abgründen des Trivialen balancierte – und manchmal war auch ein Absturz dabei war. Macht nichts, denn wer es so ehrlich meint wie Rocko, der übersteht so manches. Das dokumentiert die vorliegende Doppel-CD, mitwirken tun dabei u.a. Peta Devlin (»The Cow«), Bernadette La Hengst oder Angie Reed, die letztes Jahr der Opener auf der Europa-Tournee von Aavikko war.
Schamoni, Genie und Spinner von eigenen Gnaden, schreckte einst auch vor der Coverversion des Schlagers »Mendocino« nicht zurück. Zwischen der wilden Rockgitarre, verhatschten Hawaii-Klängen und Schlagerchords erzählte Schamoni Schicksale aus Deutschland und anderswo: Das Mädchen Candy, das ein Kind von ihm wollte – dabei war er ja selbst noch ein Kind und die Eltern waren auch dagegen: »Wir bekamen Prügel für Küsse« (»Candy«). Mit Yoko Ono zusammen zu leben, würde wohl daneben gehen, singt Schamoni im gleichnamigen Song, der ein leichtes Rock-Schlageretwas ist, das auch heute noch Charme besitzt. Solch wunderbare Lieder finden sich auf dieser Doppel-CD, da ist dann etwa die B-Seite von »Ich will Liebe« (1990) – der Titel sagt bereits alles aus: »Thorsten, zum essen gezwungen«. Und die Moral von der Geschicht‘: Zwingt Kinder niemals zum essen nicht.

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