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Pop und Kommerz. Das ewige Thema. Fad wird es nie. In der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit fand sich letztes Jahr ein Artikel des Goldenen Zitronen-Mitglieds Ted Gaier, in dem er anhand der Großveranstaltung Jägermeister Rock:Liga (mit dabei etwa Eskobar, Moneybrother, Mediengruppe Telekommander, Zoot Woman) eindringlich schildert, wie die Musikszene unheilvolle Allianzen mit dem Kapital eingeht. Auch im Spex hat Gaier dem Veranstalter der Rock:Liga, Robert Krause, in einem Interview nochmals auf die Finger geklopft. Weil solche Events nämlich »an der Glaubhaftigkeit des ganzen Prinzips Pop sägen«. File under: Die Marke wird der Inhalt. Tja, da beißt die Maus wohl keine Faden ab. Jetzt wird entgegengesteuert. Behauptet zumindest eine »alternative `Business‘-Kooperation« aus deutschem Lande und beruft sich auf die von Gaier in Gang gesetzte Diskussion. Zusammengesetzt wird die Kooperation aus zwei Modelabels (Fairwear; Fairliebt.), zwei Musiklabels (Monika Enterprise; Rubaiyat) und dem Berliner Literaturmagazin Spella. Dieser Zusammenschluss hat nun eine CD veröffentlicht. Die Musik stammt logischerweise von den beiden Labels und ist tadellos. Zu finden etwa die Thomas Meinecke-Gattin Michaela Melián, Milenasong, Monotekktoni oder Gudrun Gut. In Summe gut abgehangen Elektronifiziertes zwischen Pop und Avantgarde. Nur was die Diskussion betrifft, das Prinzip ist auch hier das Gleiche: Die Credibility der Musik befeuert die Marken. Wiewohl man schon sagen muss: Vorliegende Marken sind ungleich sympathischer, die CD darüber hinaus kostenlos. Sollte in ausgewählten Plattenläden aufliegen oder ist ansonsten über Groove Attack zu bestellen.

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