Queens of the Stone Age

Songs for the Deaf

Interscope

Butterfeiner Wahnsinn, das! Trägt das RAWK-Gütesiegel mit zwanzig-stelligem Gurgel-AAA! Kyuss ist ja long gone. Loner-Frontman John Garcia hantelt sich jährlich durch eine neue Formation, die wie die alte (und gut) klingt. Nur Gitarrero Josh Homme schnappte mit Oliveri und Hernandez den Großteil der Crew, um sich eher mit Blunts als Stoner-Härte zu konfrontieren. Der Queens-Vorläufer Gamma Ray war entsprechend unerträgliches Hippie-Geplänkel, das die Peyote-trunkene Siebzigersau nur so vom offenen Brusthaar perlte. Nachdem das Revival aber schon brannte, genug Compadres aus nicht minder Rückblick lastigen Grunge-Zeiten auf Josh-Boys Drogenparties vorbeihüpften, zappelten im Parallelprojekt Desert Sessions plötzlich Leute von Monster Magnet, Screaming Trees, Fu Manchu, Marilyn Manson, sogar den Dwarves. Das mutierte zum Übungstreffen und die Queens zur Hauptband, die das im Kiffrausch entstandene Repertoire zum rockenden Druckpunkt verhärteten. Das brachte bereits mit »R« ein Meisterstück brachialst berserkenden Edelmännerrocks. Mit »Songs for the Deaf«, nunmehr mit Nirvanas Dave Grohl (der die bekackten Foo Fighters damit hopefully beerdigt) fix im Lineup, setzt man noch einen Schritt zu und kredenzt vierzehn Knack-Nuggets von der Stange. Wo das Frühwerk und die Sessions meist sinnverloren vors ich hin daddelten, verwirrte junge Männer im Coyotengeheul, hackt man jetzt hingebungsvoll und beseelt as fuck in die Saiten. Purster knacktrockener Prog-Stoner mit der Bandbreite von King Crimson, dem Songwritergenie eines Ray Davies und der sturen Geilheit früher Aerosmith. Oh Boy, dagegen sehen Soundgarden und Pearl Jam langsam aus wie ein Kloscherz der Musikgeschichte.