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Jetzt ist sie endlich da, die bei der Präsentation im Wiener ORF Radiokulturhaus (siehe skug.at/Performance) noch nicht fertige Dokumentation der Liaison des Kollegium Kalksburg mit dem Jazz. Was jetzt aber schon ein Blödsinn ist, weil die Herren Ditsch, Skrepek und Wizlsperger ja selber vom Jazz kommen, nur haben sie sich eben in der schlanken Trio-Besetzung schon seit fünfzehn Jahren dem traditionellen Wienerlied mit höchst individuellen Interpretationen von Bestehendem und jeder Menge Eigenkompositionen gewidmet. Um in der fallweisen Weinerlichkeit nicht zu versumpfen bietet sich ein Seitensprung zu diesem gro&szligartigen Sextett geradezu an. Und die Mixtur auf dieser Doppel-CD ist äu&szligerst bekömmlich: Der Bogen spannt sich bei den Fremdkompositionen von Ernst Kölz über Robert Stolz bis zu Udo Jürgens, jeder Menge Selbstverfasstem und -komponiertem sowieso. Hier prallen geschliffene Bläsersätze und -soli auf das virtuose Akkordeonspiel von Heinz Ditsch und das energiegeladene Blasen des Kamms von Bühnengigant Wizlsperger, immer souverän zusammengehalten von Kontrabass und Beserldrums. Conferencier Wizlsperger kann mit seiner Bühnenpräsenz und stimmlichen Wandlungsfähigkeit anscheinend eh kaum etwas falsch machen. Vor allem auf Vol. 1 werden immer wieder kurze, erfrischende kakophonische Freejazz-Ausflüge eingestreut. Damit ist »schee is wos aundas vol. 1+2« genauso ein gültiges Statement für optimistische, ausgelassene Spielfreude wie für renitentes Berserkertum.

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